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 Sylphania - Nasara sti lo seiky

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Caramel

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BeitragThema: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 09, 2013 8:46 am

Sylphania
-Nasara sti lo seiky-




Eine Welt ohnesgleichen.
Krieg, Zerstörung, Magie, mysteriöse Wesen und Begegnungen, die bindender sind, als jeglicher Schwur, den man leisten könnte.
Das alles und noch mehr findet man, nachdem man diese andere Welt betreten hat.
Und nun, da die Geschichte ihren Anfang hat, sollte man sich klar sein, ob man wirklich diese entscheidenden ersten Schritte gehen sollte
- wohl wissend, dass es einem nicht erlaubt ist, zurückzugehen.
Noch hast du die Wahl. Noch kannst du entscheiden.
Doch sobald der Prolog dieser Geschichte beginnt, wirst du nicht mehr drumherum kommen.


Wichtig für meine Leser =) :
 

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by #berry


Zuletzt von Caramel am Do Jan 17, 2013 1:56 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Caramel

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 09, 2013 8:48 am

Prolog
Der Regen prasselt an die Fensterscheibe, in der sich mein unverwechselbares Gesicht wiederspiegelt. Die Augen voller Trauer und Qual, aber mit so viel Hoffnung, dass es schon fast an Naivität grenzt. Meine Haare liegen mir zerschlissen auf der ausgeleierten Kleidung, die ihre besten Tage schon lange hinter sich hat.
Wie sehr ich die Erinnerung genieße, wenn sie durch meinen Geist rauscht. Ich rieche den Duft des Geschäfts, sehe Farben, die ich zuvor noch nie so intensiv erleben durfte und erkenne zum ersten Mal, dass ich eine kleine Ameise in einer Welt voller großer Neuheiten bin, die ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht verstehen konnte.
Als ich damals diesen seidenen Stoff mit den weich ineinander fließenden Farben das erste Mal in den Händen hielt, war ich auf eine Weise so konsterniert, dass ich mich nicht mehr rühren konnte. Dies war einer der ersten und schönsten Momente, den ich in meinem dritten Leben erfahren konnte.
Ein schweres Seufzen entflieht meinem Mund, während ich durch die verschwommene Scheibe hindurch in die tiefschwarze Nacht blicke. Ein Sturm wütet draußen. Einer, der mir sehr bekannt ist. Wie oft haben wir uns durch so ein Wetterphänomen gekämpft und nicht selten um unser Überleben gebangt? Aber heute nicht. Heute haben wir ausnahmsweise ein Dach über den Kopf. Und das ist auch gut so, denn wir befinden uns in einer prekären Situation. Eine, wegen der wir uns gegen eine Wand manövriert fühlen und wir einen Weg aus dieser misslichen Lage finden müssen.
Denn das Leben, das wir uns ausgesucht haben, ist verflucht. Eingetaucht in tiefschwarzes Blut, das überall, egal wo wir entlang gehen, seine Spuren hinterlässt. Wir haben uns diese Art zu leben nicht ausgesucht und hätten wir die Wahl gehabt, würden wir es vermutlich anders gestalten. Aber die haben wir nicht. Es ist vorbestimmt. Es ist unser unabwendbares Schicksal, egal wie sehr wir uns dagegen sträuben. Und auch wenn ich sage: „Ich hasse es zu töten!“, bereue ich keine der Taten und werde auch in Zukunft nicht davor zurückschrecken meine mir auferlegte Aufgabe ohne zu zögern auszuführen.
Meine zerfurchte und übermüdete Haut brennt, als ich meine Hand auf die kalte Glasfläche lege. Das matte Licht, das nur schwach den Raum beleuchtet, lässt meine rosa Haut mit einem leichten Orange farbenden Stich aufleuchten. Ich schaue zu meinen Begleitern in dem staubigen und zerstörten Raum zurück. Wir haben uns diese Hütte ausgesucht, da die Menschen aus dem Ort geflohen waren und dieses Gebäude das Einzige ist, das noch einigermaßen stabil aussah.
Alle von ihnen wirken erschöpft, mutlos und verzweifelt. Ich sollte diejenige sein, die sie aufbaut und Mut zu spricht. Das ist schließlich immer meine Aufgabe gewesen. Nein, eine Anführerin bin ich nicht. Ich bin eine, die hilft, wo sie kann und immer ein offenes Ohr für jeden hat. Aber zu jener Zeit fehlt auch mir die Fähigkeit die richtigen Worte zu finden. Es ist schon beinahe unmöglich in unserer jetzigen Situation. Zudem gebe ich mir die Schuld an all dem. Es ist mein Auftauchen, meine Existenz, die uns alle in diesen Zustand gebracht hat. Wäre ich niemals geboren worden, würde ihr Leben vermutlich einen anderen Lauf nehmen.
Nein, ich werde es mir nicht leicht machen! Ich werde nicht frühzeitlich abtreten, nur damit ich diese Schuld nicht mehr zu tragen habe! Jeder hat einen Preis, den er zahlen muss, wenn er aus dem Leben tritt. Und er ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. All die Verbrechen, die man begangen hat, bleiben niemals ungesühnt. Und auch ich werde mich diesem Schicksal irgendwann stellen müssen.
Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich davor keine Angst hätte. Aber es wäre auch genauso sinnlos sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Es kommt wie es kommt und es wird wie ein Blitzschlag in mich treffen. Denn so wie wir momentan unser Leben bestreiten, zweifle ich stark daran, dass ich mittels eines friedlichen Schlummers dahinscheiden werde.
Ich schaue wieder hinaus in die Ferne und erkenne, dass sich auf meinem Gesicht ein sanftes Lächeln zieht. Ich finde die Vorstellung schon irgendwie amüsant irgendwann vor der Entscheidung zu stehen, in welchen Bereich ich wohl gehören werde: Himmel oder Hölle. Insbesondere in meiner Lage. Dabei fällt mir auf, dass es schon viel zu lange her ist, dass ich mich an die lachenden Gesichter und längst vergessenen Gerüche zurück erinnert habe. Ein Zeitraum voller Glückseligkeit und Träume. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich in letzter Zeit überhaupt so ausgelassen und fröhlich war, wie zur damaligen Zeit. Bilder zucken vor meinen Augen auf. Bruchstücke von Erinnerungen an damals.
Es ist schon lächerlich, wie viel in den letzten Monaten und Jahren vorgefallen ist, sodass meine Erinnerung leicht verschwommen wirkt. So viel Grauenvolles, dass ich es kaum wage anzusprechen.
Aber ich habe beschlossen, dass ich diese guten wie auch schlechten Erinnerungen nicht einfach mit in mein Grab nehmen werde, wenn der Zeitpunkt gekommen ist und der schwarze Mann sich vor mir erhebt. Ich möchte noch vorher all die Erlebnisse, Verluste, Abenteuer und begangene Fehler mit euch teilen. Und ich hoffe sehr, dass ihr sie mit mir gemeinsam durchstehen werdet.

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Zuletzt von Caramel am Mi Jan 30, 2013 1:33 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 09, 2013 11:08 am

Aaaaachso ich dachte du willst nicht huuuh? :D Ich kenn's ja schon, trotzdem: sehr geil<3

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Do Jan 10, 2013 7:54 am

Hmmm, ein Monolog o:
Unglaublich offen und es hilft einem auch nicht wirklich, ein Verständnis für namenslose Protagonistin(Kenne keinen Kerl, dessen Haut mit rosa beschrieben wird xD) zu bekommen, außer dass man weiß, dass sie sich die Hände schmutzig macht und dass sie in ner Gruppe unterwegs ist und dass die Gruppe in ner Zwickmühle sind. Alles in allem halt unglaublich offen, also gebe ich vom Prolog her noch keine Bewertung ab :x
Ich warte auf folgende Kapitel, aber wird sicherlich interessant werden :)

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Di Jan 15, 2013 12:10 am

1. Kapitel – Das letzte Opfer?
Es stürmte. Ein Unwetter, das beinahe schon das Unheil voraussagte, das sich anbahnte. Ein Unheil von solch unvorstellbarer Grausamkeit, dass es jedem das Blut in den Adern gefrieren würde.
Eine kleine Gruppe von Menschen rannte in einem düsteren Viertel Englands zwischen dunklen Schatten werfenden Gebäude entlang, in der Hoffnung, dass sie die Verfolger abschütteln würden. Ihre Füße traten mit platschenden Geräuschen in Pfützen und Matsch, so dass es unter normalen Umständen schwer fallen würde, nicht wahrgenommen zu werden. Jedoch waren dies keine ‚normalen‘ Umstände. Sie lebten in einer Welt des Blutvergießens – einer brutalen Kriegszeit des Bösen.
Ihnen war mehr als bewusst, dass dieses Leben eines war, dem sie alle entkommen wollten. Denn die tägliche ‚Katz- und Mausjagd‘, an deren Ende immer einige aus der kleinen Gruppe den Boden in ihrer eigenen Blutlache verzierten, war ein sarkastisches Lustspiel, das sich diese Jäger, die sich selbst Menschen und Richter über die ‚Unvollkommenen‘ schimpften, ausgedacht hatten, um dem trägen Alltag der Vergewaltigungen, langweiligen Ermordungen und der schläfrigen Foltern Abwechslung zu schaffen.

Durch die Weiten des Himmels, als die kleine Gruppe an einer Ecke abbog und die rutschigen Stufen hinabrannte, hallte eine grelle und Ohrenbetäubende Stimme, die sie dazu veranlasste ihre Ohren mit den Händen zu schützen. Allerdings half das nicht die Worte der Stimme unverständlich zu machen. Sie verstanden jedes einzelne krächzende Wort, die da riefen: „Menschen, ihr, die ihr durch die Nächte wandert, erzittert vor meiner Allmächtigkeit. Ich, die, die von höheren Mächten berufen wurde über euch zu richten, lasse euch niemals entkommen. Lauft solange ihr könnt, doch am Ende wird euer Widerstand zwecklos sein und ihr, die ihr vor Furcht erbebt, werdet euch vor mir im Schlamm sudeln und um Gnade winseln.
Aber bis dahin wird es zu spät sein. Ihr werdet meiner Gnade vorgeworfen. Gnade, die ich nicht besitze, denn ich bin der lebendige Alptraum eurer Kindheit. Das manifestierte Böse, das sich durch eure Seelen fressen wird. Ich, Luciá Krê Fanderál, ein Dämon reinster Blutrünstigkeit, teile euch mit Vergnügen mit, dass ich darauf brenne, euer Blut, Fleisch und eure Knochen zu verzehren.
Also lauft, lauft und krallt euch an euren ach, so kurzlebigen Seelen fest, denn die Jagd nach meiner Beute bereitet mir um ein Vielfaches mehr Vergnügen, als wenn es sich zu bereitwillig ergibt.“

Das Krächzen verklang und die Gruppe aus Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen starrte mit angsterfülltem Blick in den bewölkten Himmel. Ein lauter Schrei erklang aus der Kehle einer stämmigen Frau, während die Kinder vor Angst begonnen hatten zu weinen. Es war ein trauriger Anblick. Allem voran, dass die Entschlossenheit gebrochen schien.
Fluchend hieb ein junger Mann mit struppigem Haar und Dreitagebart – der Anführer ihrer Gruppe – die Faust auf den steinernen Boden. „Verflucht!! Ein DÄMON?! Ist das das Wesen, das verantwortlich für unsere Pain ist? Dieses elende..!“ Jemand legte ihm eine Hand auf die Schulter und versuchte ihn zu beruhigen. Eigentlich, und das sah jeder ihm an, hätte er weiter geflucht, weiter in Verzweiflung versunken, aber er beherrschte sich. Er war für sie alle verantwortlich und er konnte nicht riskieren, dass wegen seiner Unsicherheit, Angst und auch etwas Selbstmitleid, sich alle in Gefahr befinden würden. Er stand auf und wies sie alle an ihren Schmerz, ihre Angst und Zweifel zu vergessen. Er war schon immer geschickt mit seinen Worten gewesen, weshalb man ihn vermutlich für die Position als Anführer ausgewählt hatte. Nach einigen Sekunden warfen seine Anhänger ihre Unsicherheiten fort und folgen ihm ins Ungewisse, als er sich wieder auf den Weg machte.

Nach einer Weile trafen sie in einer Gasse auf eine Traube von Gegnern. Es waren Menschen, deren Boshaftigkeit sich in ihren Augen wiederspiegelte. Ohne zu zögern, stürmten sie auf die wehrlosen Menschen zu und griffen mit Schusswaffen oder Stichwaffen an. Die Meisten konnten den Angriffen ausweichen und rannten auseinander, aber viele von ihnen wurden eiskalt niedergestreckt.
Durch den Wirrwarr auseinanderströmenden Menschen hallte die Stimme des Anführers wieder, der versuchte ihnen mitzuteilen, dass sie sich anderen anschließen, gemeinsam fliehen und sich später im Unterschlupf treffen sollten. Viele taten, wie geheißen. Andere jedoch liefen in Panik orientierungslos in irgendeine Richtung, unbedacht darauf, dass sie geradewegs in Fallen liefen.

Nur noch ihre qualerfüllten Schreie erfüllten die sonst gedämpften Geräusche, während sich die Gruppe, die sich dem Anführer angeschlossen hatten, versuchten sich an feindlichen Gegenspielern vorbei zu schleichen. Über die Schreie, die an ihre Ohren drangen, verzogen sie schmerzverkrampft das Gesicht. Sie waren nun nur noch zu Viert. Zwei junge Männer und zwei Frauen. Eine der Frauen war eine Jugendliche, die andere eine Mitte 30jährige stämmige Frau.
Sie pressten ihre Rücken an eine Hauswand und observierten die vorbeilaufenden Menschen, die sich bei der Vorstellung jeden Moment einer der Flüchtigen in die Finger zu bekommen, bereits die Lippen leckten. Sie, das sah man sofort, dürsteten danach sie zu ermorden – ihr Blut zu vergießen.
Der Anführer, Matt Dawson, stand ganz außen, um jede Veränderung sofort bemerken zu können. Daneben lehnte ein an seiner zerschlissenen Kleidung zupfender Junge von 14 Jahren, der den Namen Steve Vargas trug, mit rotgefärbten Haaren, die er sich zu einem kurzen Zopf gebunden hatte. Er war verängstigt und biss sich fast dauerhaft in seine Wange hinein. Dabei gab er jedes Mal ein schmatzendes Geräusch von sich. Die Anderen hatten schon oft versucht ihm diese schlechte Angewohnheit abzugewöhnen, doch bisher hatte es nicht gefruchtet und in solch einer Situation würde wohl jeder seine schlechten Verhaltensweise an den Tag legen. Auf den Boden kauernd, die Knie an den Körper gezogen und die Arme herum gelegt, saß die ältere Frau. Sie hatte in einer Hand eine silberne Halskette, an der ein Nagel großes Kreuz hin und her pendelte. Ihr Name war Beatriz Robinson und sie war seit man ihr das erste Mal begegnete eine äußerst gläubige Frau, die jedes Glück und Unglück den Launen der Götter zuschrieb. Auch dieses von Fluch umhüllte Leben schob sie auf die Gemütsverfassung übermenschlicher Geschöpfe, die sich an ihnen für ihre Sünden und Gräueltaten rächen wollten, um ihnen eine Lektion zu erteilen, die sie so schnell nicht wieder vergessen würden. Ihr tröstend die Schulter tätschelnd, saß das 16jährige Mädchen, Aileen Casana, neben Beatriz in der Hocke und strich ihr sanft über die nackte verschmutzte Haut. Die Kastanienbraunen Haare des Mädchens hatte sie zu einem geflochtenen Zopf gebunden. Allerdings konnte man ihn nicht mehr als dieses erkennen, da die meisten Strähnen bereits herausgefallen waren und die gesamte Frisur mehr oder weniger wirkte, als hätte man ihr brutal an den Haaren gezogen und sie hinter sich her geschleift. Ob dies wirklich der Tatsache entsprach, schien in jener Welt nicht wirklich unrealistisch, sondern mehr an der Tagesordnung. Jedoch sprach man nicht über die Dinge, die einem außerhalb der Gruppengemeinschaft wiederfuhren. Jeder verschloss seine Erlebnisse, Verluste und Erinnerungen tief in seinem Inneren, denn es ging niemanden etwas an, was man in der Vergangenheit erlebte oder sogar noch heute durchmachte. Jeder Einzelne erfuhr immer wieder, jeder auf eine andere Weise, die Qualen der Hölle, in der sie sich zurzeit befanden und man versuchte so gut es ging diese Dinge zu verdrängen und zu vergessen.

„Matt.“, flüsterte der ängstliche Junge ihm zu und wartete auf ein Zeichen, dass er reden durfte, nachdem der Angesprochene kurz die Hand hob und ihm damit verdeutlichte zu warten. Der Anführer beobachtete, wie die Gruppe von Gegnern hinter einer Ecke verschwand und atmete erleichtert aus. Sein Körper entspannte sich, er wandte sich Steve zu und nickte. „Meinst du, wir schaffen es zum Versteck? Sie sind heute irgendwie extrem aggressiv..“ Matt nickte erneut. „Ja, das ist mir auch aufgefallen. Besonders seit der Ankündigung dieses... Wesens. Seitdem scheinen sie, als wenn man ihnen teure Süßigkeiten anbieten würde, die sie um jeden Preis ergattern wollten.“ „Vergleich uns nicht dauernd mit Süßkram, du Zuckerjunkie.“, bemerkte Aileen mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. „Denn wenn wir das wären, würden wir uns vor dir mehr fürchten müssen, als vor diesen Mutanten.“ Der Junge kicherte leise, wobei sich Matt ein Lachen sichtlich unterdrückte, da er sich mit einem breiten Grinsen auf die Unterlippe biss. „Ja, da hast du wohl recht.“, bekam er nur raus und schüttelte amüsiert den Kopf. „Aber glaub mir, dass ich dich dann vermutlich als erstes vernaschen würde.“, ergänzte er Augenzwinkernd und wandte sich wieder der düsteren Straße zu. „Aber Spaß beiseite.“ Er sog die Luft tief ein und überlegte, als einige weitere feindliche Menschen hastig vorbei liefen, wie sie nun vorgehen sollten. „Am besten wir“ Er nickte zu einer schmalen Gasse, die zu einigen verfallenen und verlassenen Gebäude führte und zu der sie gelingen würden, wenn sie es schaffen sollten unbemerkt über die Straße zu laufen. Denn in einem dieser Gebäude befand sich der Eingang zu einem von mehreren ineinanderfließenden Tunnel, der schließlich, nachdem man alle Fallen deaktiviert hatte, zu dem Geheimversteck führte. „warten die nächste Patrouille ab und rennen so schnell und leise es geht darüber.“ „Und was ist“, wandte Beatriz ein, „wenn die nächste Patrouille einen oder mehrere von ihren Bluthunden dabei hat? Entweder entdecken sie uns sobald sie in der Straße sind, oder aber sie hören uns, selbst wenn sie eigentlich außer Sicht sind und kommen zurück, wie aufgescheuchte von Tollwut besessene tasmanische Teufel und zerreißen uns, wehrlos wie wir hauptsächlich sind, in der Luft. Nein, danke. Gott hat uns verlassen und ich finde, auch wenn die Vorstellung mehr als beängstigend ist, dass wir uns unserem Schicksal stellen und dieses Höllenwesen mit erhobenem Haupt gegenübertreten sollten. Wir geben unsere Schuld zu und unterwerfen uns der Gnade der Götter. Danach ist dieser Horror vorbei und die Welt ist sicher wieder im Lot. Oder aber die gesamte Welt wird von vorne herein neugestaltet. So oder so, wir können nicht verlieren.“ Die restlichen drei Kameraden sahen Beatriz nur kritisch an, seufzten fast zeitgleich und wandten sich ebenfalls synchron von ihr ab, bevor sie mit der Besprechung ihres Vorgehens fortfuhren. „Also, ich finde zwar, dass diese Aktion großes Risiko birgt, allerdings... Warum sollten wir nicht hin und wieder was riskieren? Dafür ist das Leben da. Wenn wir nur kleinlaut in der Ecke sitzen würden und jedes Vorhaben mit Zweifeln entgegentreten, sind wir nichts weiter als Feiglinge oder sogar Schlimmeres.“ Matt und Steve nickten zustimmend. Die Anspannung und der Druck, der nun auf ihnen lastete, waren unbeschreiblich groß. Beatriz hingegen wirkte mehr eingeschnappt, da man sie – wie immer – ignorierte. Jedoch war sie das bereits gewohnt, also riss sie sich schnell wieder zusammen und schloss sich stillschweigend ihren Mitstreitern an.
„Auf mein Zeichen.“, flüsterte Matt und deutete mit einem erneuten Nicken zu der neuen Patrouille. Sie schliffen mit den Füßen auf dem harten Stein entlang, so wie auch ihre Waffen, die sie an ihrem Arm hinunterhängen ließen und die ein krächzendes Geräusch in der Luft hinterließen. Ein tiefes Knurren durchdrang die Traube von verfluchten Menschen und in deren Schatten erschien ein großer Labrador ähnlicher Hund. Einer, dessen Fell nicht nur verfilzt und schmutzig wirkte, sondern auch, als wenn er seit Monaten oder gar Jahren durch die Straßen ums Überleben kämpfen musste. An seinen Lefzen, die er mit seinem bedrohlichen Knurren zeigte, klebte frisches Blut und an einem sogar ein Fetzen Kleidung, den er unaufhörlich versuchte loszuwerden. Seine Nase schnüffelte in der Luft und auf den harten Steinplatten, während er ab und zu mit einer Pfote auf dem Boden scharrte und die Ohren, die spitz nach oben zu liefen, aufzuckten, sobald sie ein Geräusch vernahmen, das seine Aufmerksamkeit verdienen könnte.

Matt sog scharf die Luft zwischen den Zähnen ein, als er den Bluthund, wie man diese verseuchte Rasse bezeichnete, erblickte. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals, als die Gruppe von sadistisch veranlagten Schlächtern, an dem Gebäude vorbei ging, hinter dem Matt und seine Begleiter standen. Jeder Einzelne von ihnen hatte den Atem angehalten und presste sich mit dem Rücken an die Wand, als wenn sie hofften mit ihr zu verschmelzen. Die Luft wirkte dünner. Jedes noch so leise Geräusch erschien lauter, als gewohnt. Selbst der eigene Herzschlag vermittelte einen derartigen Lärm, als wenn er die gesamte Gegend unter Beschall nehmen und diese verfluchten Marionetten des Dämons direkt zu ihnen führen würde.
Gerade als die kleine Gruppe an dem Gebäude vorbei ging, hinter dem sich die Flüchtlinge versteckten, blieb der Hund ruckartig stehen und reckte den Kopf in die Höhe – die Luft beschnuppernd. Ein leises Grollen erbebte seine Halsadern, das immer lauter und bedrohlicher wurde. Die von Bösartigkeit infizierten Menschen wandten sich dem Hund um, wobei sie alle ein gieriges Blitzen in den Augen bekamen. „Los, du Dreckstöle! Sag uns, wo die Beute sich rumschleicht. ...Wird’s bald!“, fuhr einer der kräftigeren Männer den Hund an, der ihm daraufhin anfiel und in den Arm biss. Jaulend fiel der Mann zu Boden und rollte sich hin und her, um sich den Vierbeiner zu entledigen, doch dieser dachte nicht daran. Der Hund zerfleischte ihm den Arm, so dass sich unter ihm eine mittelgroße Blutlache bildete. Genüsslich zermalmte der Hund dem Mann mit einem einzigen kräftigen Biss den Unterarmknochen, der daraufhin in unzählige Bruchstücke zerbarst. Das Fleisch der Haut hing dem Geschöpf an den Lefzen herunter, wobei so mancher Tropfen an Blut hinabtropfte. Mit vereinten Kräften zogen die anderen ihn von dem Mann herunter und drückten ihn zu Boden. Jeder wusste, dass mit Bluthunden nicht zu spaßen war. Man sollte sie weder provozieren, noch sie sich zum Feind machen. Denn ihnen war es ziemlich egal, was ihre nächste Speise darstellen würde. Hauptsache sowohl das Blut als auch das Fleisch stammten von einem oder mehreren Menschen.

Zum Bedauernd der Gruppe von Fliehenden, die sich immer noch am selben Ort verschanzt hatte, schafften die Männer es mit Leichtigkeit das nach Blut dürstende Geschöpf zu beruhigen, in dem sie ihm eine Droge verabreichten, die es für mindestens zwei Minuten ruhig stellen müsste. Das hieß zwar, dass es sich in dem Zeitraum nicht mehr auf die Spur der Gesuchten machen konnte, allerdings hatte die Zeit zuvor gereicht, um zu zeigen, dass sich Personen auf dem Gelände befanden, die die vermutlichen Zielpersonen darstellten.
„Na, das wird jetzt witzig...“, flüsterte Aileen frustriert und sah Hilfe suchend zu Matt, dessen Stirn tiefe Falten bildete. Seine Augen fixierten das Bild, das sich vor ihnen bot – Furcht blitze darin auf. „Ich würde sagen... wir laufen die Evans-Street runter bis zum Steg und versuchen durch den Tunnel im Lagerhaus zu flüchten. Ja,“ Er blickte in die skeptischen Gesichter der anderen und kniff seine Augen einen Augenblick zusammen. „ich weiß sehr wohl, wie riskant das ist, aber etwas Anderes bleibt uns momentan einfach nicht übrig.“ Der Junge fuhr sich durch die struppigen dunklen Haare und seufzte schwer. „Besser das zu riskieren, als jämmerlich drauf zu gehen, weil wir zu doof waren uns eine zweite Lösung auszudenken.
Ich werde euch sicher nicht zwingen, ...aber ich für meinen Teil will noch etwas weiterleben und einen Ehrentod sterben und nicht von dieser Bestie erbärmlich zerfleischt werden!“ Aileen und Steve nickten zustimmend, während Beatriz lediglich hektisch den Kopf schüttelte. „Das ist gefährlich! Viel zu gefährlich!! Was ist, wenn dieser Bluthund zu sich kommt, bevor wir auch nur 100 Meter zurückgelegt haben? Was ist, wenn wir in der Zeit auf andere Bluthunde und deren Jäger treffen? Das ist lebensmüde! Dieses ganze Etwas ist schon ein lebensmüdes Leben, aber das?? Das ist schon fast so, als wolltest du vor einem Löwen davon rennen und das nur, weil du dir vorgenommen hast in die Höhle des Rudels zu rennen, um dich mit jedem Einzelnen dieser Raubtiere anzulegen! Das ist dumm! Dumm, dumm und nochmals dumm!! Ich mache da nicht mit! Niemals!“ „Das musst du ja nicht.“, meinte Steve kühl und sah Beatriz trotz seiner kleineren Größe herablassend an. „Niemand wird hier gezwungen. Das weißt du. Bleib hier und lass dich von diesen Zombies auseinander nehmen, aber glaube nicht, dass wir, weil du es dir in letzter Sekunde anders überlegst, umdrehen werden um deinem Kreischen zu folgen und mit dir draufzugehen. “ Beatriz schaute den Jungen empört an, bereit ihm eine Schimpftirade an den Kopf zu werfen, doch Matt ging dazwischen. Er zog Steve am Arm zurück und schalt ihn für seine Unhöflichkeit, bevor er sich an die ältere kräftiger gebaute Frau wandte. „Gut. Dann sei es so. Es schmerzt mir das Herz, dich hier alleine zurück zu lassen. Aber, wenn es das ist, was du willst, werde ich dich nicht umstimmen.“ Er verneigte seinen Oberkörper leicht und sah ihr mit traurigem Blick und einem sanften Lächeln ins Gesicht. „Lebe wohl, ...Medium.“ Daraufhin verabschiedeten sich auch die beiden anderen bei ihr, woraufhin Beatriz nur ein kühles Nicken übrig hatte, bevor die kleine Gruppe, so leise es ihnen möglich war, aus ihrem Blickfeld verschwand – in Richtung Pier rennend.

Nur wenig später stand die kräftige Frau den Geschöpfen des Bösen gegenüber, ihre Kette mit dem Rosenkranzanhänger fest umschlossen. Das kehlige Lachen dieser sadistisch verseuchten Menschen erfüllte den schmalen Gang zwischen den Gebäuden und hallte von schimmligen Wänden wieder. Es war eines der grauenvollsten Geräusche, die momentan existierten. Und doch, auch wenn man wusste, dass es nur Unheil hervorbringen würde, war es eines der noch am ungefährlichsten. Es war im weiteren Sinne die Ruhe vor dem Sturm und genau diesen sollte Beatriz bald erleben. Sie warf ihnen noch die schlimmsten Flüche an den Kopf, die sie den anderen immer untersagt hatte, weil sie Gotteslästernd seien. Doch nun, da sie wusste, dass ihr Ende kam und sie diesen Verrätern in die widerlichen Gesichter blickte, war ihr auch das egal. Sie wollte ihnen einmal die Meinung sagen, selbst wenn ihre Angst vor dem, was kommen würde, noch so groß sei. Aber die kleine Gruppe mit dem, noch unter seiner Beruhigungsdroge stehenden, blutdürstenden Hund lachten sie nur aus und verbogen ihre Körper dabei sichtlich unnormal, was jedem anderen Menschen höllische Schmerzen verursacht hätte. Doch diese verzogen nicht einmal das Gesicht. Aus ihren blutunterlaufenden Augen, die schon fast psychopatisch wirkten, stierten sie die ältere Frau begierig an und leckten sich dabei hungrig über die Lippen, die jeweils zu einem breiten Grinsen verzogen wurden. Dann warf einer von ihnen seinen Arm mit der Waffe – ein Sichel ähnlicher Morgenstern, der an einer langen Eisenkette befestigt war – in die Luft, holte aus und schleuderte, nach einigen ungeschickten Kunststücken, die scharfkantige Klinge auf Beatriz. Sie wurde von der linken Schulter bis hinab zu dem rechten Oberschenkel aufgeschlitzt. Das Blut spritzte in einer explosionsartigen Fontäne heraus. Der quälender Schrei langgezogen. Er starb erst dann ab, als ihr Körper zitternd am Boden zusammenbrach und sie hastig nach Luft rang. „Ach, Mist! Kack Waffe! Hätt‘ ich ein normales Messer benutzt, dann wäre sie definitiv nicht nur so lasch verletzt, sondern zu recht geschnitten, wie frischer Schinken!“, fluchte der Angreifer mit einem schnalzenden Laut. Die verletzte Frau kauerte am Boden, unfähig sich zu rühren. Der pochende Schmerz ihres Oberkörpers brannte sich in jeden Muskel und jeden Nerv, sodass genau diese Stellen sich nach einer geraumen Weile wie taub anfühlten. Mit letzter Kraft griff sie zitternd an das Hosenbein des Angreifers und hob leicht den Kopf – das Gesicht Wut verzerrt. „Sch.. Schmort in der Hölle ...ihr Bastarde!“, krächzte sie noch, bevor einer dieser zombiehaften Wesen ihr mit einem kräftigen Tritt den Schädel zertrümmerte, als wenn er nichts weiter gewesen wäre, als eine überreife Melone. Angewidert schüttelte der Mann, der ihr den Kopf zertreten hatte, den Fuß. Reste von Blut und Gehirnmasse fielen davon ab, während er die kläglichen Überreste der Leiche desinteressiert betrachtete. „Ob sie alleine war?“ Die anderen beiden zuckten nur mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber vermutlich nicht. Dieser unvollkommene Dreck wandelt doch nie alleine.“ Ein Grinsen umspielte ihrer aller Lippen, als sie sich vorstellten, wie sie die ‚Bauern‘ ihres sadistisch und mehr als lebensechten Spiels aufspüren, jagen, an die Wand manövrieren und qualvoll erledigen könnten.

Matt, Steve und Aileen rannten so leise es ihnen möglich war durch die dunklen Gassen entlang. Der Sturm hatte sich bereits in einen schrecklichen Regenschauer verwandelt, der den Boden unter ihren Füßen aufweichte und alle drei nach wenigen Minuten vollkommen durchnässte. Die feuchte Kleidung klebte an der Haut und die Haare flogen zum Teil wie seidig glänzende Fäden hinter ihnen her. Dabei rutschte Steve auf einer leeren Getränkedose aus und fiel der Länge nach hin. Sofort fuhren die anderen erschrocken um, halfen ihm auf die Beine und drückten sich mit dem Rücken an eine Wand. Vorsichtig um die Ecke sehend, überprüften sie, ob sie jemandem aufgefallen waren. Doch nichts. Es war niemand in der Nähe. Erleichtert atmeten sie die Luft, die sie scharf eingesogen hatten, wieder aus und sahen sich abwechselnd an. „Der Pier ist nur noch wenige Kilometer entfernt.“, meinte Matt mit einem abschließenden erschöpften Laut und lehnte seinen Kopf gegen die kalte Steinmauer hinter sich. Aileen sah besorgt zu ihm hoch und ergriff sanft seine Hand. Überrascht sah er zu ihr herab und schaute ihr in die azurblauen Augen. Er seufzte schwer. „Hey Aileen.“ Sie blinzelte ihn fragend an. „Wenn wir das hier überleben, dann gehst du mit mir aus. “Das braunhaarige Mädchen riss verdutzt die Augen auf. „W-Was bitte?!“ Steve verdrehte nur die Augen. Aber es war vermutlich ihre letzte Chance solche oder ähnliche Worte auszutauschen. Unter normalen Umständen hätte er die zwei jetzt auch alleine gelassen, damit sie sich in Ruhe über diese Dinge unterhalten könnten, doch das war ihm leider nicht möglich.
Matt wandte den Blick ab und sah wieder hinaus auf die Straße, während Aileen langsam begann zu begreifen, was er ihr damit eben sagen wollte. Ihre Wangen erröteten leicht und sie sah zur Seite. Dabei bemerkte sie, wie er ihre Hand liebevoll ein wenig fester zudrückte. Ein Lächeln zog sich über ihr Gesicht. So standen sie einige Minute regungslos da. Einträchtig, fast schon harmonisch, als wenn es Nichts gäbe, dass ihnen Kummer bereitete. Doch dann – ein Schuss. Die kleine Gruppe schreckte erschrocken zusammen und presste sich dichter an die Wand. Schreie hallten durch die Straßen. Schreie von schrecklichem Leid. Lautes Wimmern, das kehlende Bellen der blutrünstigen Hunde erklangen, bis die Stille alles in eine eintönigen Umarmung wog. Da wussten die Drei, dass erneut einige ihrer Kameraden das Leben verloren hatten. Aileen lief eine einzelne Träne das Gesicht hinab, während Steve erbost gegen die steinerne Wand schlug, was nur ein dumpfes Geräusch von sich gab und Matt sich mit schmerzlichem Blick auf die Unterlippe biss. „Diese Drecksäcke!“, fluchte er durch zusammengepresste Lippen hindurch und stieß sich von der Wand ab. „Schnell!“, sagte er leise aber dominant, während er Aileen, ohne in der Bewegung zu zögern, hinter sich herzog und darauf vertraute, dass Steve ihnen auf dem Fuße folgen würde. Durch die Nässe ihrer Kleidung und der kalte Wind, der ihnen entgegenschlug und sich ihnen unter den Stoff an ihrer Haut schlich, fröstelten sie unheimlich. Doch dieses unangenehme Empfinden stellten sie hinten an. Denn das war Nichts im Vergleich zu der Furcht, die sie trieb, jeden Moment das Leben zu verlieren und dem unabdingbaren Willen, dieses Schicksal auf jeden Fall abzuwenden. Und so rannten und stolperten sie immer weiter den Weg entlang, den Matt ihnen wies. Ihr unermessliches Vertrauen ruhte in seinen Händen und er würde es nicht riskieren die beiden nun zu enttäuschen. Sein Ziel war es, sie alle, und wenn es nur diese zwei waren, in Sicherheit zu bringen. Sein Leben stellte er hinten an. So tat er es schon immer. Aber nun, wenn er darüber nachdachte, dass das Mädchen, dass er so liebevoll an der Hand hielt und zu dem er sich auch irgendwie hingezogen fühlte, ohne ihn weiterleben würde, wurde ihm mit einem Mal übel. Er beschloss, dass, wenn er es schon schaffte die beiden zu retten, er sich mit ihnen zusammen in Sicherheit brachte. Zusammen mit der Person, die ihn auf eine gewisse Art und Weise bezaubert hatte, gerade weil sie einfach sie selbst war und offen sagte und zeigte, was sie empfand und dachte.
Nachdem sie einige Straßen relativ sicher durchquert hatten und außer einer aggressiven Katze niemandem über den Weg gelaufen waren, der ihnen eine Gefahr hätte sein können, kamen sie endlich am alten Lagerhaus an. Vorsichtig schlichen sie an den Wänden entlang, immer bedacht darauf, dass niemand in der Nähe war und sie beobachtete. Einigen alten Holzfässern, an denen schon der Schimmel sich angesetzt hatte, metallisch verrosteten Rohren und ein Paar kleineren Rattenbehausungen umgingen die drei Kumpane geschickt und zwängten sich einer nach dem anderen durch eine gerade einmal Hund große Öffnung hindurch. Dabei mussten sie flach am Boden kriechen und besudelten sich mit dem Schlamm, der Holzspäne und anderen klebrigen Substanzen, die sie nicht wussten, wie sie diese am besten einordnen sollten. Nachdem Matt den beiden auf die Füße half, wobei sein Blick mit einem leichten Lächeln untermalt war, als er Aileen ins Gesicht schaute, wanderten ihre Blicke prüften durch die dunkle, zugemüllte, verfallene und nach Unrat muffelnde Halle. Aileen hielt sich mit einer Hand vor Nase und Mund und verzog ihr Gesicht zu einer leicht angewiderten Fratze, während Steve ein würgendes Geräusch von sich gab und stark auf hustete. Matt hingegen hielt nur kurz die Luft an, zog sich seinen um den Hals gebundenen Schal hoch bis zum Gesicht und hemmte somit ein wenig den widerwärtigen Geruch. Seine Augen schauten prüfend durch den finsteren Raum, doch ausmachen konnte er kaum mehr als das, was sich vor ihnen in einem Radius von bis zu 10 Metern befand. Zudem kam noch, dass seine Erinnerung gerade nicht die beste und der unerträgliche Gestank nicht gerade denkfördernd für ihn war. „Ich glaube..“, begann er durch seinen präparierten Mundschutz gedämpft, „wir müssen den Durchgang suchen.“ „Super. Haben ja nichts Besseres zu tun, was?! Ist ja nicht so, dass uns irgendwelche Zombies jagen, nicht wahr?“, bemerkte Aileen mit einem Hauch Sarkasmus, da sie von der Situation gerade ein wenig genervt war. Steve, der sich gerade wieder zu beruhigen schien, stimmte ihr mit einem brummenden Laut zu, woraufhin Matt nur seufzte. „Du brauchst gar nicht erst deinen Sarkasmus rauspacken. Mir ist sehr wohl bewusst in welcher Lage wir uns befinden.“ Aileen verzog das Gesicht und folgte Matt sogleich, als dieser losging. Steve tat es ihr gleich, auch wenn er sich beherrschen musste sich nicht jeden Augenblick zu übergeben, sobald er Irgendetwas sah, dass aussah wie Überreste von Fäkalien.
Nach einigen mehr oder weniger unbeholfenen Schritten der drei, flog Matt mit einem kurzen Aufschrei auf einmal ruckartig zurück und landete unsanft zwei Meter hinter den andern beiden, die ihn erschrocken ansahen. „M-Matt!“, rief Aileen aus, als dieser sich bereits aufrappelte und Steve sich panisch umsah. Doch nichts war zu sehen. Matt fasste sich an dem Kopf und sah mit verkrampften Gesichtszügen zu der Stelle, an der er zurückgeschleudert wurde. „Was ist passiert?“, meinte Aileen und legte ihm besorgt eine Hand auf den Arm. Er lächelte sie kurz an und schüttelte den Kopf. „Alles okay. Ich... Ich glaube da ist Irgendetwas.“ Fragend sahen die beiden ihren Anführer an, der sich hastig durch die Haare wuschelte, um dieses ungute Gefühl, das sich in seinem Körper breit machte, los zu werden. „Was redest du für einen Mist?“, fragte Steve und ging mit einem letzten kritischen Blick zu Matt auf die Stelle zu, von der er fortgeschleudert wurde. Ein elektrischer Stoß durchfuhr ihn. Er brüllte leidend auf und wurde zur selben Zeit blitzartig durch den Raum nur wenige Zentimeter von Matt entfernt geschleudert. „Steve!“, rief Aileen erschrocken auf und lief nun zu ihm, um ihm vorsichtig auf die Beine zu helfen. Doch er wehrte ihre helfende Hand nur ab und sah gereizt durch den Raum. „Was soll der Scheiß?!“, fauchte er geradezu und trat wütend gegen eine alte Tonne, die einige Meter über den steinernen Boden rollte, bis sie schließlich an einem metallischen Pfosten mit einem lauten Scheppern zum Stehen kam. Verängstigt schaute Aileen zu der Stelle, die ein Hindernis für sie alle zu bilden schien. Jedoch war einfach Nichts zu sehen. Was also konnte die zwei Jungs derart zurückgeworfen haben. Es sah sogar beinahe so aus, als wenn sie von einer Person so feste geschlagen oder getreten wurden, dass sie durch diesen Druck den Boden unter den Füßen verloren hatten. Doch dies war nicht der Fall. „Eine Barriere.. vielleicht?“, fragte sich Aileen laut denkend und bemerkte die geschockten Blicke der anderen beiden. Denn sie wussten, was es heißen würde, wenn dort wirklich eine Barriere entlang gezogen wurde. Das hieße, dass sie hier nicht weiter kommen könnten. Dass sie sich einen anderen Fluchtweg suchen mussten und dass, was sehr wahrscheinlich zutreffend war, ihre Feinde bestimmt durch das Berühren der Barriere alarmiert wurden und bereits auf dem Wege hier her waren. „Nein.“, bemerkte Matt mit fester Stimme. „Wir dürfen nicht einmal denken, dass diese Möglichkeit zutreffend sein könnte. Denn dann würden wir es mit einer bereitwilligen Aufgabe gleichsetzen, die uns am Ende nichts weiter einbringt als den sicheren Tod. Es ist vermutlich nur eine defekte Stromleitung, die sich dort am Boden irgendwo entlangzieht und die zwar nicht mehr genug Strom hat, um uns ernsthaft Schaden zu können, aber genug um uns eventuell außer Gefecht zu setzen, wenn wir nicht aufpassen.“ Steve, auch wenn man ihm ansah, dass er nicht Matts Meinung war, und Aileen nickten lediglich, woraufhin sich alle drei wieder gemeinsam auf den Weg zu der vermutenden defekten Stromleitung zu machen, mit der Absicht dieser dieses Mal auszuweichen. „Glaubst du überhaupt an den Mist, den du da gerade geredet hast?“, flüsterte Aileen ihm zu, woraufhin er nur gequält lächelte, ohne sie jedoch direkt anzusehen. Kurz vor der Stelle hielten alle drei inne und atmeten tief ein und aus. Gerade, als Matt einen großen Schritt machen wollte, um dem Kabel auszuweichen, kam Aileen ihm dieses Mal zuvor. Sie hopste regelrecht über das Stromkabel, das für sie jedoch nicht zu erkennen war und von dem sie nicht glaubte, dass es existierte, und hoffte, dass sie es schaffen würde keinen Stromschlag zu bekommen. Kaum dass sie den Boden mit den Füßen berührte, blinzelte sie unsicher – abwartend, dass sie gleich dieselben elektrischen Stöße empfangen würde, wie die anderen beiden und durch den Raum fliegen sollte. Doch es passierte nichts. Lächelnd schaute sie zu den anderen beiden, die sich nur gegenseitig angrinsten, ebenfalls sprangen, allerdings im Sprung sofort wieder mittels eines Stromschlags zurück geschleudert wurden. Mit schmerzenden Lauten krachten sie auf den Boden, wobei Steve sich brutal den Kopf an einer kaputten Stahlplatte anschlug und lauthals aufjaulte. Erschrocken rannte Aileen einige Schritte auf die beiden zu, als sie auf einmal das Gefühl hatte, dass sie keinerlei Kontrolle mehr über ihren Körper besaß. Sie blieb einfach mitten in der Bewegung stehen, als ein eiskalter Schauer sich durch ihre Venen zog und ein süßlich bitteres Mädchengelächter direkt hinter ihr erklang. Dieselbe kalte Stimme, die zuvor die Luft durchschnitten hatte und sich als Dämonin vorgestellt und klar gemacht hatte, dass sie dieses grausame Spiel nur aus dem Zweck ins Leben gerufen hatte, um von all jenen, die nicht ihre Sklaven waren, die verschandelnden Leichen über das Pflaster zu verteilen. Aileen drehte ihren Kopf langsam in die Richtung, aus der das kehlende Lachen des Wesens erklang und riss überrascht die Augen auf. Dort – nur wenige Schritte von ihr entfernt – stand tatsächlich ein kleines Mädchen von höchstens 7 Jahren. Sie hatte langes gewelltes Blondes Haar, das von einem Schleifen besetzten Haarreifen verziert wurde. Sie trug ein langes, aus dem Mittelalter stammendes, türkises Rüschenkleid, das sehr fein ausgearbeitet schien. Doch ihre Augen waren jene, die Aileen wirklich zeigten, dass es sich hierbei nicht um ein unschuldiges süßes Mädchen handelte, die ihr nichts Böses wollte. Denn diese strahlten die Boshaftigkeit, über die das Mädchen verfügte geradewegs aus. Die Pupillen waren grell rot-violett und das schwarze Innere zog eine Form, wie die von einem Raubtier – auch ähnlich der von Katzen.
„Interessant, interessant.“, meinte das Mädchen nur mit einem verschmitzten Grinsen Aileen gegenüber, während die beiden Jungen sich aufrichteten und voller Entsetzen zu Aileen und dem kleinen unschuldig wirkenden Mädchen herübersahen, wobei sie jedoch den Ernst der Lage erkannten, insbesondere, da sie die Unterhaltung der zwei Mädchen gut verfolgen konnten.
„Sie ist also auch kein Mensch, wie?“ Aileen blinzelte und sah sich verwirrt um, auch wenn sie sich noch immer nicht rühren konnte. Dann schaute sie in die angsteinflößenden Augen der Blonden und schluckte. „Meinst du mich damit?“ „Oh! Ein Blitzmerker ist sie auch.“ Aileen verengte die Augen. Machte sich dieses Mädchen gerade tatsächlich über sie lustig? Wütend ballte sie die Faust und stierte die Kleine geradezu an. „Was denn? Hat sie die Sprache verloren? Oder glaubt sie etwa mich mit bösem Anfunkeln in die Flucht jagen zu können? Wenn ja, dann wäre das doch sehr töricht von ihr.“ „W-Was willst du von mir? Was geht hier vor?“ Das blonde Mädchen grinste breit, was bei ihrem schmalen Gesicht sehr psychopathisch wirkte, da sich ihre Mundwinkel unnatürlich lang zogen. „Sie will wissen, was ich will und was..“ Das Mädchen neigte den Kopf leicht zur Seite und sah an Aileen vorbei auf die zwei Jungen, die nervös zu ihnen schauten und aufgewühlt schienen, da sie nicht wussten, wie sie Aileen helfen könnten. „und was hier vorgeht.. Mh. Ich ziehe in Erwägung, ihr diese Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, solange sie den Mund hält, während ich rede.“ Aileen schwieg, hielt das feindselige Mädchen dennoch weiterhin im Auge. „Gut.“, bemerkte das blonde Mädchen und drehte eine ihrer Strähnen um den Zeigefinger. „Fangen wir bei.. der Lage, in der sie sich mit ihren Freunden befindet, an. Da vorne, wie sie schon richtig bemerkt hatte, steht eine Barriere. Eine aus meiner magischen Hand erschaffen und demnach undurchdringbar. Jedoch wurde diese Barriere NUR für Menschen erschaffen. Heißt jedes andere Wesen könnte ohne Irgendetwas zu spüren, außer vielleicht ein kleines Kitzeln, problemlos diese Grenze überschreiten. Menschen jedoch bleibt der Durchgang verwehrt und sie.. werden bei jedem weiteren Versuch immer mehr geröstet, bis sie sich irgendwann in ein Häufchen Asche verwandeln.“ Ihre violetten Augen fixierten Aileen durchdringend. „Ein Dämon ist sie nicht, dafür empfange ich von ihr zu wenig – nein – ..gar keinen Hass. Im Gegenteil. Also: Was ist sie? Eine Elfe? Eine Fee? Ein Naturgeist? Eine Walküre? Oder gar.. ein Engel?“ Aileen biss sich auf die Zunge. Am liebsten hätte sie diesem jung aussehenden Weibsbild die Meinung gegeigt, hätte ihr eine Ohrfeige verpasst und deren Eltern gepredigt, dass sie an der Erziehung des Mädchens arbeiten müssten, damit sie nicht weiterhin auf die schiefe Bahn geriet. Doch sie wusste anhand der Wörter und der Art und Weise wie sie mit Aileen sprach, dass dieses Mädchen keineswegs das Alter besaß, das ihr Aussehen ihre Umgebung glauben machen wollte. „Ich..“, begann Aileen, wobei ein Schwall Luft ihre Lungen verließ, da sich alles in ihrem inneren mit einem Mal zusammengesogen hatte und ihr das Gefühl übermittelte, nicht mehr atmen zu können. „I-Ich.. bin ein... Mensch!“ Das Lächeln im Gesicht der Dämonin verschwand und sie blickte Aileen emotionslos an. Es wirkte so kalt, dass es Aileen schaudernd den Rücken hinunter lief. „Schön. Wie sie meint. Ich werde die Wahrheit schon herausfinden, sobald ich ihr den Grund demonstriert habe, was mein Begehren von ihr ist.“ Aileen blinzelte sie verwirrt an, als das Mädchen begann sich auf einmal aufzulösen. Über ihren gesamten Körper zogen sich Risse, die immer größer und tiefer wurden. Ihre Haut wurde blasser und schien fast als wenn man sie mit Mehl bestreut hätte, bis ihr Körper derart transparent wurde, wie eine Glasscheibe. Allerdings mit dem deutlichen Unterschied, dass sie sich nicht einfach in Nichts auflöste, sondern sich ihr Körper zu Rauch formte, der schwer in der Luft hing. Nichts, außer grauen dicken Rauchschwaden schwebten in der Luft um Aileen herum Dieser war sämtliche Farbe aus dem Gesicht gewichen, während sie das Spektakel beobachtet hatte, und erschauderte zu tiefst, als zwei Baseball große violette Pupillen ihr ins Gesicht starrten, die geradezu an dem Rauch zu haften schienen. Auch die Gesichter von Matt und Steve sprachen Bände. „AILEEN! HAU AB DA!!“, brüllte Matt ihr zu und Steve ergänzte panisch: „HÖR AUF SO DUMM DA RUM ZU STEHEN UND BEWEG DEINEN ARSCH!“ „Was meint ihr, was ich die gesamte Zeit versuche, ihr Trottel?!“, erwiderte Aileen erbost und versuchte mit aller Kraft sich in irgendeiner Weise zu bewegen. Doch ihr Körper wollte nicht gehorchen. Nicht einmal ein einziges Zucken eines Körperteils schaffte sie zu bewältigen. „Irgendwie... Irgendwie hat sie mich in ihrer Macht! VERFLUCHT!!“ Sie warf den Kopf hin und her – das einzige Körperteil, das sie noch halbwegs bewegen konnte, aber es half nicht. Ihr Körper schien in Zement gegossen worden zu sein, so unbeweglich und steif wie er sich anfühlte.
Auf einmal – die Rauchschwaden des Dämonenkinds machten sich selbstständig und drangen in jegliche Öffnung Aileens ein. Das Mädchen klappte auf die Knie – der Mund weit aufgerissen, während der dicke Rauch sich hindurch zu drücken schien – und aus ihren Augen kullerten viele Tränen, als der Rauch sich auch an ihren Augäpfeln vorbeizwängte, sowie Nasen- und Ohröffnungen. Die Dämonin ging rücksichtslos und mit einer brutalen Gnadenlosigkeit vor, sodass Aileen mit den Händen auf den Boden schlug, immer und immer wieder auf einen kaputten Scherbenhaufen, sodass ihre Hände am Ende Blut überströmt waren. Als das jedoch nicht weiterhalf um diese Qualen zu ertragen stieß sie schließlich mehrfach mit dem Kopf auf die steinernen Platten. Es waren schreckliche Schmerzen. So schrecklich, dass sie die Schmerzen, die sie sich selbst zufügte, nicht einmal bemerkte. Nachdem auch das letzte bisschen Rauch aus der Luft in dem weiblichen Körper versickert war, wurde es ruhig. Niemand rührte sich. Und so konnte man jede kleinste Bewegung, jeden Atemzug genau hören.
Aber die drei Jugendlichen wussten, dass dies nur die Ruhe vor dem Sturm war. „I-Ich..“, begann Aileen mit zittriger Stimme. „Ich hoffe.. dass ihr es schafft. Bitte... Bitte flieht. Bitte..“ „ICH GEHE NICHT OHNE DICH!!“, brüllte Matt verzweifelt und hieb dabei mit einem stählernen Pfosten gegen die unsichtbare Barriere. „GEB JA NICHT AUF!! STERB MIR JA NICHT WEG, HÖRST DU AILEEN?!“ Eine einzelne Träne lief Aileen aus einem Auge herab, während sie mitansehen musste, wie Matt vor Schmerzen erneut aufjaulte und dieses Mal schlimmer, als davor. Er krachte zu Boden und fasste sich leidend um den unter Strom stehenden Körper, der nicht aufhören wollte zu erbeben. „MATT!!!“, kreischte sie voller Panik und kroch auf allen Vieren langsam ein paar wenige Meter in die Richtung, an der sich die Barriere befand.
Wenig später, während er sich durch Steves Hilfe versuchte aufzurappeln, durchfuhr ein Stechen von unermesslichem Schmerz Aileens gesamten Körper. Eine kalte, von Aileens Körper abgelehnte Präsenz machte sich in ihr breit. Und von Sekunde zu Sekunde verlor sie nicht nur die Gewalt über ihren Körper, sondern auch über ihren Geist. Es war, als wenn eine große undurchdringbare Mauer ihre Seele vollkommen abschottete und in ein gläsernes Gefängnis sperrte, aus der sie allerdings weder Etwas sehen noch empfangen konnte. Verzweifelt hämmerte ihr Bewusstsein gegen das gläserne Gefängnis. Sie schrie und fluchte, doch Nichts passierte, das zur Besserung der Lage mitwirkte. Auf einmal erschien in der tief schwarzen Dunkelheit um ihr Gefängnis herum der Kopf der Dämonin, aber so groß, dass Aileen es auch beinahe für einen Berg halten konnte. Ein dreckiges Grinsen schmückte das Gesicht des jungen Mädchens und sie begann kehlig zu lachen. „So, nun wird sie die wahre Bedeutung dessen merken, was meine Worte versucht haben auszudrücken. Sie wird am eigenen Leibe erfahren, wie grausam wir Dämonen sein können. Und sie wird auf ewig mit dieser unheilbaren Schuld leben, die sie und ihr.. ‚reines‘ und strahlend helles Ich am Ende vernichten wird.“ Aileens inneres Ich klappte unter der immensen Macht, die dieses Wesen auf ihr Bewusstsein ausübte, zusammen und umfasste ihren Körper – den Rücken an dem gläsernen Gefängnis gelehnt –, als plötzlich der Kopf verschwand und sich stattdessen etwas Ähnliches, wie ein Film vor ihr abspielte. Nur war das, was sie sah keineswegs ein Film. Es war das, was sich jetzt in diesem Moment vor ihren reellen Augen abspielte. Draußen, außerhalb ihres Körpers. Dort, wo sie nicht mehr im Stande war Irgendetwas zu bewirken. //Matt.. Steve.. Lauft. Lauft, bitte, lauft weit weg...!//, flehte sie innerlich, während die Dämonin nun vollkommen die Kontrolle über Aileens Körper erlangte und begann ihren Plan in die Tat umzusetzen. Und so stand der Körper Aileens auf und bewegte sich bedacht auf die beiden Jungen zu. „Ich glaube, sie ist weg.“, sagte Aileens Stimme an Matt und Steve gewandt, während sie die beiden mit einem für sie typisch unsicher aber erleichterten Blick anschaute. „Ich kann nichts in meinem Körper spüren. Vermutlich.. hat sie es nicht in mir ausgehalten, oder sie hat uns das eben alles nur vorgetäuscht, um uns am Ende hereinzulegen.“ Matt zog skeptisch eine Augenbraue hoch, während Steve erleichtert seufzte. „Gott sei Dank! Sonst wärst du jetzt vermutlich auch nichts weiter als ein Häufchen Brei.“ Aileen kicherte amüsiert. „Ja, vermutlich.“ Ihre Augen sahen hinüber zu Matt, der sie unverwandt anschaute. „Was ist?“ Er blinzelte nur, antwortete trocken: „Nichts.“ und wandte sich ab.
//HAUT AB!! MATT! STEVE!! DAS BIN NICHT ICH! Bitte... Bitte fallt nicht auf sie rein..//, schrie Aileens gefangenes Bewusstsein verzweifelt und trommelte mit den Fäusten gegen die Scheiben des Käfigs, aus dem sie keine Möglichkeit fand, auszubrechen. Am Ende ihres Flehens wurden ihre Worte immer leiser, immer weinerlicher, bis ihr Körper sie schließlich nicht mehr halten wollte und sie auf die Knie zusammenbrach – die Stirn feste an die Glasscheibe gedrückt und die Augen zugekniffen.
„Aileen..“, begann Matt, als das Mädchen die Barriere überschritt und zu den beiden Jungen stieß. „weißt du noch, was ich dir vorhin gesagt habe? In der Gasse?“ Aileen blinzelte Matt kurz an und lächelte daraufhin. „Na, du sagtest so viel. Was genau meinst du?“ Er schwieg einen Moment und griff urplötzlich nach ihrer Hand, während er sie mit einem stechenden Blick ansah. „Als ich deine Hand so gehalten habe. Ich habe dir Etwas gesagt. Den Plan, wie es nun danach weitergehen würde. Kannst du ihn für Steve noch einmal wiederholen, bevor wir uns auf zu Weg Y machen?“ Aileen starrte den Jungen einen Augenblick lang ausdruckslos an, bevor ihre Augen zu dem jüngeren der beiden wanderten. „Natürlich kann ich das. Aber.. ist das denn notwendig? Wir führen den Plan aus, dann kann er selbst mitwirken und seinen Beitrag dazu leisten, anstatt es vorher erst zu hören und dann--“ Doch bevor das Mädchen zu Ende sprechen konnte hielt Matt ihr seinen Dolch an die Kehle. „Raus.Aus.Meiner.FREUNDIN!“, brüllte er sie mitscharfschneidiger und kräftiger Stimme an, während er sie am Arm festhielt, damit sie sich nicht befreien konnte. Aileen stockte einen Augenblick.
//Matt.. Du hast es erkannt. Du hast erkannt, dass ich das nicht bin.//, flüsterte das innere Ich des braunhaarigen Mädchens mit einem überglücklichen Lächeln im Gesicht, wobei ihr der unermessliche Groll der Dämonin nicht entging, der sich um Aileens Gefängnis geradezu erhob wie ein riesiges Bergmassiv.
„Wenn du Aileen wärst... dann wüsstest du, dass es SO einen Plan, wie du ihn dir gerade vorstellst – einen Schlachtplan – nicht gibt. Der einzige Plan, über den wir gesprochen hatten, war.. ein vollkommen anderer und für dich irrelevanter!“ Ein starkes Schnauben entfloh der Dämonin in Aileens Gestalt, während sie die Fäuste in die Seiten drückte und mit schief gelegtem Kopf verächtlich mit der Zunge schnalzte. „Das ist aber wirklich unvorteilhaft, dass er es erkannt hat. Hätte er es nicht erkannt, dann wäre ihr Leid nur halb so schlimm gewesen. Doch jetzt, da er mich verärgert hat, werde ich dafür Sorge tragen, dass er, sein kleiner Freund und dieses bitter-süße Mädchen grausam leiden werden, bevor ich sie in den Schlund der ewigen Verdammnis schicke, in dem sie am eigenen Leibe erfahren werden, wie man das Wort ‚Leiden‘ wirklich empfinden mag.“ Ein hässliches, zu Aileen unpassendes, Grinsen zog sich über ihr Gesicht und entblößte die blitzweißen Zähne des Mädchens. Ihre Augen jedoch veränderten sich. Ihre Augen nahmen immer mehr die Farbe und Struktur der des Dämonenkindes an, in denen man genau lesen konnte, wie kalt, herzlos und unberechenbar brutal es vorzugehen liebte.
Steve stellte sich mit hervorgezogener Eisenstange neben Matt – jederzeit zum Kampf bereit. Auch Matts Stellung machte klar, dass er die Situation keineswegs akzeptieren wollte. Er würde versuchen Aileen von der Dämonin zu trennen, kostete es ihn was es wolle!
Innerhalb eines Wimpernschlags war das Mädchen vor den Augen der Jungen spurlos verschwunden. Erschrocken blickten sie sich hektisch um. Nichts. Erst, als sich beide um die eigene Achse drehten, erblickten sie hinter sich mit einem gefährlich süßen Lächeln das gefährliche Wesen in Gestalt ihrer Freundin. Bevor die beiden Jungen reagieren konnten, bewegte sich das Mädchen mit einer so schnellen Geschwindigkeit, dass sie sie erneut aus den Augen verloren und geschockt drein sahen, als sich diese nun direkt vor Matt befand, obwohl sie eben noch sicher 20 Meter von ihnen entfernt gestanden hatte. Mit ihrem bösartigen Grinsen, schaute sie Matt forschend an. „Was ein Spaß das hätte mit ihm werden können, wenn er nicht so nervig gewesen wäre. Aber naja, durch den kleinen Vorgeschmack, den ich mir auf der Zunge zergehen lassen werde, schaffe ich es auf jeden Fall zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Die Auslöschung einer auf den Geist gehenden Schmalzfliege und das Zerbrechen einer unbefleckten Seele, die sich danach Nichts sehnlicher wünschen wird, als diesem Ungeziefer zu folgen. Und danach bleibt nur noch eine einzige Spielfigur übrig, denn ihre Freunde sind bereits allesamt vernichtet. Sie drei sind die Einzigen, die mein kleines Blut vergießendes Spiel bisher noch überlebt haben. Allerdings.. ist das nur eine Frage der Zeit beziehungsweise eine Frage, wie ich gerade gesinnt bin zu agieren.“ Stockend schnappte Matt nach Luft, als Steve bereits auf das Mädchen losstürmte. Ihm war es egal, ob er Aileens Körper damit verletzen würde. Er wollte sie genauso von der Besessenheit befreien, wie Matt. Sie würde, seiner Meinung nach, schon verstehen, weshalb er so gehandelt hatte. Jedoch kam er nicht einmal dazu sie zu berühren. Das Mädchen blinzelte nur kurz und löste dadurch eine so intensive Druckwelle in der Luft auf den herbeistürmenden Jungen aus, dass dieser, wie zuvor bereits, quer durch den Raum flog und dabei kräftig gegen eine stählende Wand krachte. Mit einem bitteren, krächzenden Laut aus seiner Kehle, spuckte er beim Aufprall einen Schwall Blut und fiel Kopf über zu Boden.
Matts Gesicht fuhr ruckartig zu Steves Lage und erstarrte förmlich. „S-Steve..!“, keuchte er lediglich und drehte sein Gesicht langsam wieder zu der falschen Aileen. „Und jetzt zu dem, was für mich von Interesse ist.“ Matt zog die Augenbrauen feste zusammen, wobei sich auf seiner Stirn tiefe Falten bildeten. „Aileen.. Verzeih, aber ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dich aus dieser Besessenheit zu befreien. Auch wenn das bedeutet, dass ich dich... schwer verletzen muss.“ Er umschloss den Griff seines Dolches und versuchte die Klinge in den Unterleib Aileens Körper zu rammen, doch dieser war wieder einmal fort. Er blinzelte kurz, als er das größere Gewicht auf seinem Kopf bemerkte und in der Spiegelung der Pfütze vor ihm erkannte, dass die Dämonin einhändig einen Handstand auf seinem Kopf machte, bevor sie sich mit einer gekonnt flüssigen Bewegung davon abstieß und mittels eines Saltos in der Luft letztlich einige Schritte von ihm entfernt leichtfüßig auf dem Boden ankam, ohne auch nur das geringste Geräusch dabei zu machen. Wie war das nur möglich? Aileens Körper wog doch schließlich Etwas und trotzdem erschien es, als wenn sie sich leicht wie eine Feder bewegen würde ohne wirklich an die Schwerkraft gebunden zu sein. Mit einem süßlichen Lächeln und einem abschließenden schon fast kindlichen Kichern, schaute sie Matt belustigt an. „Also wenn er das, was er vorhat, wirklich in die Tat umsetzen will, dann, fürchte ich, muss er viel früher aufstehen.“ „Das werden wir ja sehen!“, blaffte er sie an und stürmte auf sie zu – die Waffe hoch erhoben. Die Dämonin seufzte nur genervt, hob die Hand und feuert einen Lichtblitz ab, der Matt mitten an der Brust traf und zurückschleuderte. Mit einem ohrenbetäubend schmerzenden Laut fiel ihm seine Waffe dabei aus der Hand und er krachte verheerend auf den von Metallresten übersäten Boden. Mit langsamen Schritten ging das Mädchen in seine Richtung ohne den Blick auch nur ein einziges Mal von seinem am Boden kauernden Körper zu nehmen. Nach einigen Schritten jedoch hielt sie inne, als sie mit dem linken Fuß an Etwas stieß, das mit einem schleifenden Geräusch über den Boden kratzte. Ihre violetten Augen wanderten hinab und während sie erkannte, um was es sich handelte, zog sich über ihr Gesicht ein breites gehässiges Grinsen. Sie bückte sich herab, als Matt versuchte sich unter höllischen Schmerzen aufzurichten, und hob den Gegenstand auf. Es war der Dolch, den Matt zuvor gegen sie verwendet hatte. „Was ein bemerkenswertes Ende das doch wird, meint sie nicht auch?“, fragte sie leise, sodass Matt sie nicht verstehen konnte. Allerdings waren diese Worte auch nicht direkt an ihn gerichtet, sondern an Aileen, die immer noch verzweifelt gegen ihr gläsernes Gefängnis hämmerte. Denn sie hörte, was die Dämonin sagte und wusste genau was sie vorhatte. //NEIN!//, schrie sie verzweifelt, wobei ihre Augen stark verschwammen. Doch die Dämonin mit der Schale Aileens grinste nur noch breiter und wandte sich nun dem auf sie zu taumelnden Jungen zu. „Hingerichtet mit der eigenen Waffe, geführt mit der Hand derjenigen, die man liebt. Es gibt wohl kaum etwas Tragischeres.“ „Was laberst du für einen Mist?!“, maulte Matt sie an, der nun einige Wörter aufschnappen konnte. Doch sie reagierte nicht. Sie stand still und musterte den jungen Mann mit dem ungerührten Grinsen, das sie seit ihrer Idee nicht mehr loszuwerden schien. //Nein! Bitte.. Bitte NICHT!!//, flehte die innere Aileen verzweifelt, während der Abstand zwischen den beiden Kontrahenten immer kürzer wurde, da Matt, auch wenn er taumelte, immer näher auf sie zukam. Dann lächelte die Dämonin den Jungen zuckersüß an, was ihn ins Stocken brachte. Doch zu spät. Denn schon rammte sie ihm mittels ihrer üblichen übernatürlichen Geschwindigkeit den Dolch ins Herz. „Bye, bye~“, hauchte sie ihm ins Ohr, während sein Körper erbebte. Steve, der gerade zu sich kam, wich jegliche Farbe aus dem abgemagerten Gesicht, als er das Geschehen erblickte. „M-Matt..!“, keuchte er nur aus zitternden Lippen heraus, bevor das bösartige Wesen Aileens Körper schließlich verließ und das Bewusstsein des Mädchens wieder die Kontrolle über sich erlangen konnte.
Aileen blinzelte – die Hände zittrig um den Griff des Dolches gelegt, dessen Klinge sich durch die linke Seite von Matts Brustkorb bohrte. Blut floss in Unmengen aus der klaffenden Wunde und sammelte sich aus unzähligen Tropfen als Pfütze auf dem Boden zwischen ihnen. Matt verließ die Kraft in den Beinen und er klappte auf die Knie. Aileen tat es ihm reflexartig gleich – ihr Blick erstarrt und ausdrucksloser, als man es je bei ihr gesehen hatte. Sie ließ den Dolch los und legte ihm stützend die Arme an die Schultern. Bäche aus Tränen flossen ihr Gesicht herab. „Matt..“, krächzte sie mit bebender Stimme. „Matt. E-Es tut mir leid. Ich.. Ich wo-wollte das nicht. Ich hab alles.. alles versucht, wirklich alles. Aber sie war zu mächtig. Bitte verzeih mir. Ich war zu ...schwach.“ Matt spuckte Blut und hob kraftlos seine Arme hoch, bis er diese um ihren Körper legte und sie mit letzter Kraft an sich drückte. „Es ist.. okay. Geb‘ dir meinetwegen bitte nicht.. die Schuld. Ich wollte dich retten und das.. ist mir gelungen. Du hast sie los und nur das ist, was wirklich zählt. ...Es ist scheiße, dass ich dabei... mein Leben verliere, denn ich hätte zu gerne mit dir an meiner Seite dieses neue Leben begonnen.“ Aileen schluckte, während die Tränen einfach nicht verebben wollten, und drückte ihr Gesicht an seine Schultern, während er seines in ihren Haaren vergrub und den Geruch ihrer Haare in sich einsog. „Pass mir gut auf.. Steve auf. Ihr beide seid die Einzigen, die dieses Massaker überlebt haben bisher. Lass... Lass nicht zu, dass sie euch auch noch er-erwischt. Ihr müsst... leben!“ Vorsichtig drückte er sich ein kleines Stück von ihr weg, sodass trotzdem nur wenige Zoll ihre Gesichter voneinander trennten. Er lächelte liebevoll, bevor er sich mit letzter Kraft zu ihr vorbeugte und ihr einen zärtlichen Kuss auf die Lippen gab. Aileens Herz so voller Trauer und Freude zugleich, schien ihr jeden Moment auseinandergerissen zu werden. Denn nur einen Augenblick lang später fiel Matt ohne jegliche Vorwarnung seitlich zu Boden – sämtliches Leben ihm ausgehaucht.

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Zuletzt von Caramel am Mi Jan 16, 2013 9:20 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 16, 2013 8:17 am

Wow Caramel, dein erstes Kapitel ist der Hammer! Schreib bitte schnell weiter! Ich war total gefesselt von der Art wie du schreibt. Uhhh mach schnell weiter pls >.<

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Caramel

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 16, 2013 8:50 am

leider wird es bisschen dauern, da ich nur auf arbeit weiter schrieben kann und dann au nur wnen ich leerlauf hab xD
ein paaaaaar wochen wird es wohl dauern, aba ich versuch mich zu beeilen :3

und danke für das kompliment! es freut mich, dass es dir gefällt x)

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Sa Jan 19, 2013 3:45 pm

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Schatz ich bin verliebt! Dein erstes Kapitel ist der Hammer und ich freue mich schon total auf dein nächstes Kapitel! Ich kann es kaum abwarten, also hau in die Tasten xDD
Du hast auf jedenfall eine Leserin mehr :3
Weiter so!

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BeitragThema: Re: Sylphania - Nasara sti lo seiky   Mi Jan 30, 2013 1:27 am

2. Kapitel – Das aufgestoßene Tor
Ein kalter Windzug strömte in das verfallene Lagerhaus und hinterließ ein langgezogenes pfeifendes Geräusch. Steve sank auf die Knie und raufte sich die Haare, während Aileen einfach nur auf dem Boden hockte und sich nicht regen zu können schien – ihr Blick emotionslos auf den Punkt in der Luft gerichtet, an dem sich soeben noch Matts Gesicht befunden hatte. Eine Wolke tiefer Trauer hing schwer über den beiden. Matt war tot. Er würde nie wieder bei ihnen sein, nie wieder lachen, sie nie wieder aufbauen und niemals wieder einem das Gefühl von Wärme vermitteln. Alles, was sein Ableben nun zurück ließ, war eisige Kälte und ein schreckliches Gefühl gemischt aus Furcht und Einsamkeit. Wobei die Einsamkeit überwog. Denn sich damit abzufinden, seine Stimme nie wieder zu hören, war schon Etwas, woran sowohl Steve als auch Aileen lange zu nagen haben würden.
„Matt..!“, keuchte Steve nur mit zusammen gekniffenen Augen und beugte seinen Oberkörper immer weiter hinab, als ein bittersüßes Kindergelächter durch die Halle schallte. Ruckartig schreckte Steve hoch, während Aileen sich weiterhin kein Stück regte. „Nein!“, stieß er verzweifelt aus und sah sich hektisch um, bis er sie nur wenige Meter von Aileen entfernt entdeckte. „Aileen!!“, brüllte er so laut er konnte, aber sie bewegte sich nicht - nicht einmal ihre Augen. „Fuck!“ Sofort stand er auf und rannte zu dem Mädchen herüber. Die Dämonin kam langsam zwar immer näher, aber Steve schaffte es noch rechtzeitig zu Aileen und packte sie am Arm, um sie auf die Beine zu zerren. Doch schien sie einfach nicht wirklich wahrzunehmen, was um sie herum ablief. „Yo, Aileen! Komm zu dir!!“ Dabei schüttelte er sie kräftig, aber auch das zeigte keine Wirkung. Gestresst sah er in Richtung der Dämonin, die die beiden mit einem amüsierten Grinsen fast erreicht hatte. „Verdammt!“, fluchte der Junge mit einem missbilligenden Blick, hievte sich das verstörte Mädchen schnell auf die Arme und sah, während er mit Aileen das Weite suchte, noch ein letztes Mal zu Matt zurück. „Bye Matt. Ich werd‘ auf dein Juwel aufpassen – versprochen.“ Daraufhin sah er wieder geradeaus und nahm mit aller Kraft die Beine in die Hand. Dabei achtete er genauestens darauf nicht zu stolpern und zu stürzen. Denn jegliche Verzögerung würde dem grausamen Wesen nur gelegen kommen.
Immer wieder sah er zu Aileen herab, um nachzuschauen, ob sie mittlerweile aus ihrer Trance herausgefunden hatte. Negativ. Er stieß grummelnd einige auserwählte Flüche aus und bahnte sich einen Weg aus dem Lagerhaus hinaus, in dem er mit voller Wucht die Absperrung durchrannte, obgleich es Aileens Körper Schaden zufügen könnte. Nachdem er es schaffte einigen Sackgassen und feindlichen Personen ausweichen zu können, ohne dabei entdeckt zu werden, verbarrikadierte er sich mit dem nicht ansprechbaren Mädchen in einen der vielen kleinen, geheimen Unterschlupfe ihrer mittlerweile ausradierten Gruppe. Diese befand sich im Untergrund und war von außen nicht zu erkennen, da Steinplatten den Eingang und alles, was sich dahinter befand, verborgen hielten.
Nachdem der Jugendliche Aileen auf eine zerschlissene Matratze legte, kontrollierte, dass man sie nicht beobachtet hatte, verschloss er den Eingang, wie es üblich war und ließ sich schließlich auf ein altes Sitzkissen neben der Matratze nieder – den Kopf tief hängen lassend. Wie sollte es nur weiter gehen? Sie würden Tag ein Tagaus um ihr Leben bangen und er war sich sehr wohl bewusst, dass sie es nicht einmal 48 Stunden lang überleben könnten. „Matt, du elender Trottel! Warum musstest du uns im Stich lassen?! Egoist!!“ Steve schlug mit der Faust gegen die Steinwand hinter sich – das Gesicht wutverzerrt. „Matt..“, sagte eine leise, fast krächzende, ihm bekannte Stimme. „ist kein.. Egoist.“ Der Junge fuhr schlagartig mit seinem Kopf herum und sah zu Aileen herüber, die schnellen Atems traurig zu ihm hoch blinzelte. Stille breitete sich zwischen ihnen aus. Es musste nicht gesagt werden, wie schlimm es um ihre Situation stand. Sie mussten nicht aussprechen, wie sehr sich beide von Matt verlassen fühlten und dass sie um ihn mehr trauerten, als um jeden Anderen.

Es vergingen ein paar Stunden, in denen Aileen langsam wieder zu Kräften kam, beide Etwas von den Vorräten aßen und tranken und sie dem hektischen Treiben an der Oberfläche lauschen konnten. „Sie sind auf der Suche nach uns.“, brach Aileen letztlich das Schweigen, während sie einen alten Muffin herunterzuwürgen versuchte. „Ach, nee. Ernsthaft jetzt? Wär mir gar nicht aufgefallen, Klugscheißerin.“ Aileen warf Steve nur einen gereizten Blick zu, nachdem er wie immer seinem Sarkasmus alle Ehre machte und offen kundgab, wie genervt er von all dem war. „Könntest du auch normal mit mir reden, anstatt gleich das, was ich sage, in den Dreck zu ziehen?“ „Nicht, wenn du weiterhin so doofe Dinge sagst.“ Aileen rollte nur mit den Augen und trank etwas Wasser. //Pubertierende Teenies sind das Letzte!//, dachte sie lediglich, bevor sie sich mit dem Rücken an eine Wand lehnte und die aus Steinmauern verzierte Decke betrachtete. „Wie lange reicht die Luft noch?“ Steve zuckte mit den Achseln. „Kein Plan. Vielleicht ein paar Stunden oder noch ein Tag oder so. Al war der Einzige, der sich darin auskannte.“ Aileen senkte betrübt den Kopf. „Sie sind alle tot.. Ich kann es einfach nicht fassen. Sie haben es noch nie geschafft uns derart niederzumetzeln. Und plötzlich gelingt es ihnen so leicht, als wenn sie sonst nie ernst gemacht hätten.“ Steve brummte schlicht und trank einige Schlucke aus seinem zersprungenen Becher. „Vielleicht haben sie das wirklich nie. Die Angriffe heute waren.. überlegter. Sie wussten genau, wo, wann und wie sie uns am besten treffen konnten. Ich wette sie haben die letzten Wochen und Monate genau überprüft, was wir machen und wohin wir flüchten würden.“ Erschrocken schaute Aileen zu Steve, an dessen Gesicht sie eine ähnliche Unruhe feststellen konnte, die sie selbst empfand. Denn die Frage, ob sie bereits wussten, an welchem Ort sich die zwei Flüchtigen befanden, schwebte stillschweigend über ihnen im Raum.
Gerade als sie sich für eine Stunde hinlegen wollten, um danach das nächst liegende und besser belüftete Versteck aufzusuchen, spürten sie etwas Ähnliches wie viele aufeinander folgende Erderschütterungen. Sie tauschten ängstliche Blicke, denn sie wussten, dass sie nun definitiv nicht weiter zum Ausruhen kommen würden. Im nächsten Moment brach die steinerne Decke über ihnen zusammen, sodass sich Steve und Aileen nebeneinander sofort außer Reichweite der herabfallenden Felsbrocken stellten. „Jetzt wird’s spaßig.“, sagte er zu ihr nur und sah angespannt zu der Öffnung. Aileen schluckte und wünschte sich nichts lieber, als einfach ganz schnell verschwinden zu können. Doch der einzige Ausweg war versperrt. Und da erschienen sie. Menschen, die schon lange keine Menschen mehr waren, selbst wenn sie sich äußerlich kaum verändert hatten. Und der Gegenstand, der dafür sorgte, dass der Boden einbrach, war in Wirklichkeit ein kräftig gebauter Mann mit langem, zotteligem Bart. Diese Kräfte überstiegen seine Fähigkeiten bei Weitem, das war ihnen schmerzlich bewusst. Und genau deswegen waren diese ‚Menschen‘ fast so beängstigend, wie dieses Dämonenkind. Denn normale Menschen könnten ihnen niemals das Wasser reichen. Sie schluckte, als die letzten Worte Matts in ihren Ohren erklangen. Sie sollten überleben. Sie sollte auf Steve Acht geben.. Ja, sie müsste es schaffen, dass wenigstens er überlebte. Er müsste fliehen, sobald sie ihm einen Weg frei gemacht hatte und dafür sorgen, dass er wenigstens ein wenig länger lebte!
Gerade, als sie Steve hinter sich schieben wollte, ergriff er ein langes Stahlrohr und rannte mit lautem Gebrüll auf die abnormal gewordenen Menschen zu – bereit jeden Einzelnen von ihnen niederzustrecken. Aileen war es, als wenn man ihr die Luft zugeschnürt hatte, als Steve sich in den Tod stürzte. Nein! Er durfte nicht sterben! Sie wollte nicht als Einzige am Leben bleiben und sich die Frage stellen müssen, warum sie niemanden, der ihr irgendwie wichtig war, beschützen hätte können. Sie rannte hinterher, obwohl es mehr wirkte, als wenn sie ihm nachstolperte. „S-Steve! NEIN!“, rief sie nur, doch zu spät. Er erreichte einen Klotz an Mann, der seine riesige Axt hob und sie auf Steve niedersausen ließ. Die Zeit stand für einen Augenblick still, wie das panische Mädchen empfand. Sie schaffte es einfach nicht ihn zu erreichen. Es war als wenn ihre Bewegungen und alles um sie herum auf eine Zeitlupen ähnliche Weise agierten.
Mit einem Blinzeln von ihr verschwamm alles und die Umgebung veränderte sich, sodass sie ruckartig anhielt und sich umsah. Ein weißer schier endloser Raum, überall mit großen und kleinen Uhren der verschiedensten Sorten behängt, entstand um sie herum. Lautes und unregelmäßiges Ticken schallte durch den seltsam wirkenden Raum. Wo war sie nur? Was war mit Steve und diesen Abscheulichkeiten passiert? Waren sie und Steve tot? ...Aber wo war Steve, wenn er auch gestorben war? //Was geht hier nur vor?!//, dachte sie leicht verzweifelt und drückte eine Hand zur Faust gebildet an ihren Brustkorb, während sie zwei unsichere Schritte zurück machte. Plötzlich – ein laut schallender tiefer Klang, wie der einer Kirschturmglocke ließ den Raum geradezu vibrieren, sodass Aileen erschrocken auf die Knie sank und die Arme schützend über ihren Kopf verschränkt hielt. Immer wieder erklang der Ton, wie als Untermalung des unglaublichen Zeitdrucks, der auf ihr lastete. „Erinnerst du dich an mich?“, fragte eine warme Stimme, woraufhin der laute vibrierende Glockenschlag verebbte und nur das unregelmäßige Ticken der vielen Uhrwerke den Raum die Stille durchbrach.
Aileen hob zögernd den Kopf und sah sich vorsichtig um. Niemand zu sehen. „Erinnerst du dich an mich?“, erklang die Stimme erneut, was Aileen nun etwas ängstlicher machte und sie sich hastiger umschaute. „W-Wer..?!, kam es nur aus dem Mund des Mädchens heraus, während sie sich mit einer Hand am Boden abstützte. Einige Strähnen ihrer Haare fielen ihr dabei ins Gesicht, die ihr die Sicht nahmen. Sofort strich sie sich die Haarsträhnen hinter das linke Ohr und erblickte vor sich – aus dem Nichts erscheinend – ein kleines braunhaariges Mädchen von vielleicht 10 Jahren. Sie sah Aileen aus den großen Azurblauen Augen und in dem altmodisch wirkenden Kleid lächelnd an. „Du siehst mich?“ Aileen nickte zögernd und ihre rasende Atmung schien sich ein wenig zu beruhigen, da das Mädchen auf sie nicht wirkte, als wenn es eine große Bedrohung darstellte. Da strahlte das kleine Mädchen übers ganze Gesicht. „Das ist wunderbar! Das heißt nämlich, dass du soweit bist.“ Aileen blinzelte sie verwirrt an. „Hä? Für was?“ „Für das Leben, für das du seit Geburt an eigentlich vorgesehen bist.“ Aileen starrte das Mädchen ungläubig an. „Wer.. bist du?“ Das Mädchen schmunzelte sie an. „Ich.. bin du. Das Ich von dir, dass du vor langer Zeit versiegelt bekommen hast, um solange in dieser fremden Welt in Sicherheit zu leben, bis du bereit bist mich und die Fähigkeiten, die du besitzt, wieder zurückzuerlangen und zurück in deine Heimat zu kehren. Zurück nach..“ Das kleine Mädchen pausierte einen Augenblick und schloss dabei die Augen. Mit Öffnen ihrer Augen ergänzte sie: „Sylphania.“ „Sü-Süfanier?“, stammelte Aileen wiederholend, woraufhin sie von dem kleinen Mädchen, das behauptete ihr versiegeltes Ich darzustellen, einen kräftigen Fingerschnips gegen die Stirn bekam. „Sprich es vernünftig aus! Es heißt SYL-PHA-NI-A!“ Aileen schüttelte nur vollkommen überfordert den Kopf – die Hände ihre Haare raufend. Was sollte das Gerede von Fähigkeiten, Versiegelung und einer anderen Welt? Sie verstand nur noch Bahnhof. „Ich verstehe nicht. Ich versteh das alles einfach nicht! Eben war ich noch mit Steve.. und dann auf einmal redest du von Fähigkeiten und anderen Welten und was weiß ich, was da noch alles kommt!“ Das kleine Mädchen legte den Kopf leicht schräg und lächelte Aileen mitfühlend an. „Das kann ich gut nachvollziehen.“ //Und außerdem.. Seit wann reden kleine Kinder so.. gebildet?! Ob sie auch ein Dämon ist, die versucht mich hereinzulegen?//, dachte Aileen zwischenzeitlich, doch wusste sie nicht, ob sie sich darin nicht gar täuschte und behielt ihre Bedenken lieber für sich. „Aber die Frage aller Fragen lautet nicht, ob du es JETZT verstehst, sondern ob du bereit bist deiner Vergangenheit und deiner wahren Bestimmung ins Auge zu sehen und dich der Wahrheit zu stellen, egal wie scheußlich sie sein mag. Bist du bereit bis an dein Äußerstes zu gehen, Risiken und Gefahren einzugehen, ohne dich zurückzuziehen? Bist du bereit jetzt dort hinaus zu gehen und deinen Freund zu beschützen?“ Aileen stockte. „Steve? Ich.. Ich kann ihn retten?“ Das kleine Mädchen nickte nur mit ernster Miene und wartete auf eine Antwort. Aileen zögerte. Sie wusste Nichts von dem, was sie erwartete. Sie wusste nicht, wie sie mit diesen Fähigkeiten, die sie angeblich besitzen sollte, umgehen müsste. „Keine Angst.“, bemerkte das kleine Mädchen und legte Aileen eine Hand auf die Schulter. „Sobald du dich dafür entscheidest, werde ich wieder ein Teil von dir. Du weißt sofort, was du zu tun hast und kannst dich zu mindest an Einiges davon erinnern. Die Erinnerungen, die dir noch fehlen werden, wirst du im Laufe der Zeit zurückgewinnen. Hetz‘ dich nicht sie zu suchen. Sie werden von alleine zu dir finden. Also.. heb‘ deinen Kopf in die Höh‘ und zeig diesen elenden von Dämonen zerfressenen Wesen, was so alles in einem Mädchen aus Sylphania steckt. Denn du bist nicht so hilflos, wie du immer angenommen hast.“ Aileen schluckte, während sie ihrem kindlichen Ich in die strahlend blauen Augen sah und ihr Spiegelbild darin entdeckte. So viel Ehrlichkeit lag in dem Blick des Kindes, dass Aileen ihr unmöglich weiterhin misstrauen könnte. Sie lächelte sie zögernd an. „E-Einverstanden. Ich.. Ich werde es riskieren. Ich will endlich wissen, wer ich bin. Und ich.. will Steve beschützen können!“ Das kleine Mädchen nickte freudestrahlend und ergriff sofort ihre Hand. Entschuldigend sah sie zu der Jugendlichen auf. „Das könnte jetzt ein wenig wehtun. Beiß‘ dir am besten auf die Zunge. Andernfalls zerstörst du noch unser beider Trommelfelder.“ Aileen riss verwirrt sie Augen auf und starrte das Mädchen nur an, bevor diese ihre Handfläche auf die von Aileen legte und ein strahlendhelles Licht davon ausging. Ein stechend brennder Schmerz durchfuhr ihren Arm und zog sich durch den gesamten Körper, während Aileen ein schrilles Jaulen entfloh und sie sich auf dem Boden krümmte. Dabei entstand in ihrer Handfläche ein kleiner tiefschwarzer Strudel, der das kleine Mädchen Stück für Stück einsog. Aileen glaubte, dass Stunden oder gar Tage vergingen, während der Vorgang voranschritt. Dabei waren es höchstens zwei Minuten, bis letztlich selbst der kleinste Partikel des Kindes in den Körper Aileens gesaugt wurde und verschwand. Langsam verblasste der Strudel in der Hand des leidenden Mädchens und die Schmerzen wurden schwächer und schwächer. Kraft strömte aus Aileen heraus und es schien, als wenn die Müdigkeit über sie gewinnen würde, bis ein lautes unüberhörbares Trommeln, das dem von Herzschlägen nahe kam, in ihren Ohren erklang. Bei jedem Trommelschlag folgten dutzende Fetzen Erinnerungen an ihr früheres Leben, die schienen, als wenn sie wie alte Filmstreifen an ihr vorbeizogen. Da schallte auf einmal ein Donnern, lauter als jegliches durch Gewitter ausgelöste Grölen, durch ihre Ohren. Ihr Körper vibrierte, als ein unbeschreibliches Gefühl der Elektrizität sie durchströmte und Aileen das Gefühl gab, als ob sämtliche Kraft, die man hätte aufbringen können, jegliche Energie, die ihr Körper beinhalten könnte, sich nun in ihrem Inneren befand – bereit jeden Augenblick mit einem riesigen Knall auszubrechen. Das Adrenalin schoss ihr zu Kopf, sodass ihr Puls, ihrer Meinung nach, kaum mehr zu messen wäre. Was war das nur für ein unfassbares Gefühl? Sie glaubte tatsächlich mit dieser enormen Kraft Bäume ausreißen zu können. Sie lächelte bitter, während sie sich wieder aufrichtete. //Als wenn das wirklich möglich ist..// Als Aileen aufrecht stand sah sie unsicher auf ihre Hände. Sie hatten keinen Kratzer abbekommen, aber seitdem war ein unaufhörliches Kribbeln entstanden, das in dem Mädchen ein unbändiges Verlangen erweckte sich die Hände wie wild zu kratzen. Allerdings schüttelte sie dieses Verlangen von sich. Sie musste irgendwie hier raus und Steve retten. Hoffentlich war es noch nicht zu spät. Mit ruckartigen Kopfbewegungen sah sie sich um, aber kein Weg in Sicht. Alles nur von unendlicher Leere geprägt, ohne Anzeichen eines Weges. „Verflucht!“, zischte sie, ballte ihre Hände zu Fäusten und rannte einfach in irgendeine Richtung. Während sie rannte, erkannte sie, wie die Zeiger der Uhrwerke rückwärts liefen und das immer schneller und schneller. Doch Aileen hielt nicht an. Sie lief weiter und weiter, bis sie Schemen am Ende des Raumes wahrnehmen konnte und sie sich innerhalb weniger Sekunden wieder am Ort des Geschehens befand. Zu jenem Zeitpunkt, bevor sie in diesem seltsamen Raum gelangt war. Erst einen Augenblick lang irritiert, lief sie weiter und stürzte sich vor, sodass sie Steve mit sich zu Boden warf und der tödliche Hieb den Jungen nur knapp verfehlte. Außerstande Etwas zu sagen, starrte er das Mädchen nur verdattert an, die sich langsam aufstellte und zu ihm meinte, dass er in Deckung gehen solle. „Was bitte?! Spinnst du jetzt völlig, Aileen?!“ „Ich weiß, was ich tue. Also Mund halten und in Deckung gehen!“, erwiderte sie nur und schaute die hartnäckigen Gegner mit stechenden Blick an. Sie schloss einen Augenblick die Augen und sammelte, so wie sie es von damals kannte, nachdem sie ihre Erinnerung daran zurück erlangt hatte, einen Teil ihrer Energie. Dabei bildete sich am Boden unter ihr ein grell weiß leuchtender, mit goldenen Fäden durchzogener Kreis. Dieser unterteilte sich noch einmal in mehreren weiteren Kreisen – sieben an der Zahl –, die immer weiter ins Innere führten, an dem Aileens Füßen standen. Vier große Zacken ließen den dritten Kreis, der sicher zwei Fuß von Aileen entfernt war, wie einen großen Stern wirken. Zudem befanden sich unzählige Runen und mysteriöse Zeichen in den freien Räumen der unterteilten Kreise, deren Bedeutung nur die weisesten Wesen, die der Magie fähig waren, verstehen und deuten könnten. Daraufhin, als wenn ein kräftiger Windstoß den Raum erfüllt hätte, wehte ihre Kleidung hastig hin und her und von oben nach unten. Aileen spürte wie ein Teil ihrer Energie sich in ihrer rechten Hand zu sammeln schien und, obwohl sie es immer noch ein wenig verunsicherte, hob sich ihr Arm, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, wie von selbst, sodass dieser vor ihrem Körper ausgestreckt war und die angespannte Handfläche direkt auf die Gegner zeigte.
Sie atmete tief ein und aus, bevor sie ruckartig die Augen öffnete und mit selbstsicherem Blick laut die Worte der Vergangenheit rief. Eine Sprache, die lange in Vergessenheit geraten war und die auf der Erde nur als die 'Tote Sprache' bekannt war. „Abi in malam rem!" Der Klang ihrer Stimme erschallte, während ihre rechte Hand hell aufleuchtete und ein Lichtblitze aus dieser herausschoss, der sich in mehrere Teile seiner Art aufspaltete und jeden einzelnen der grausamen Menschen geradezu aufspießte. Wimmerndes und Ohrenbetäubendes Brüllen drang durch die Umgebung, während die Getroffenen zu Boden sanken, sich krümmten und schließlich auf eine, wie Aileen fand, groteske Art und Weise in sich zusammen fielen. Am Ende bestanden sie aus Nichts mehr, als einigen Häufchen Asche, die der Wind nach einer Weile davon trug. So schnell konnte man ein Leben als auslöschen? Aileen sah ausdruckslos auf ihre Handfläche, aus der eben noch seltsame Lichtblitze geschossen kamen. Was war sie genau? Sie war Aileen Casana. Ein Mädchen der Erde.. Nein. Ein Mädchen Sylphanias. Sie hatte eine Familie dort. Eltern und.. einen kleinen Bruder. Sie erinnerte sich auch an den Duft von Pinien, die ganz in der Nähe ihres Dorfes gestanden haben. Dort hatte sie mit ihrem Bruder oft gespielt. Aber.. ihre Fähigkeiten kamen ihr damals nie wie Werkzeuge zum Kämpfen und töten vor. Sie waren immer da und sie hatte gerne mit ihnen gespielt und ihre Bruder geärgert, weshalb sie nicht selten von ihrer Mutter eine Standpauke gehalten bekommen hatte. Warum also war sie nun hier - ganz alleine? Weshalb wurden sie getrennt? Und wieso hatte man einen Teil ihres Ichs versiegelt, um ihn dann irgendwann wieder freizugeben? Sie sollte hier in Sicherheit sein? Von wegen! Sie hat tagtäglich um ihr Leben kämpfen und fürchten müssen. Und jetzt hatte sie auch noch Menschen, selbst wenn sie noch so grausam waren, einfach das Leben geraubt. Könnte sie das so einfach mit sich vereinbaren? Es war schließlich Mord!
Aileens Körper begann zu zittern, während ihr es so vorkam, als wenn man ihr die Lunge zugeschnürt hätte und sie kaum mehr Luft bekommen würde. "A-Aileen?", hörte sie Steves Stimme zögernd sagen und sie schluckte die anschwellende Panik einfach hinunter. Sie drehte sich vorsichtig zu ihm herum und erkannte, dass ihm der Schock noch durch und durch ging. Sie lächelte ihn entschuldigend an und rieb sich unsicher die Arme. "S-Sorry, dass du das mitansehen musstest." Steve schluckte und starrte das Mädchen einfach regungslos an, während in ihrem Kopf nur eine Frage herumschwirrte: 'Wer bin ich wirklich?' Sie hatte schon so viele Antworten, aber noch unendlich viele ungelöste Fragen und lückenhafte Erinnerungsfetzen, die sie einfach nicht zusammenfügen konnte. //Wer zum Beispiel war dieser kleine Drache, der sich in einen Jungen verwandelt hat? Waren wir Freunde? Oder war er auch ein Verwandter? Warte! Halt! Nein, unmöglich! Ich kann doch nicht mit einem Drachen verwandt sein! Außerdem.. gibt es keine Drachen! Das sind nur Wesen aus der Mythologie, mehr nicht! Bestimmt war das nur ein Traum! Ja, ganz bestimmt..// "-leen!" Aileen schrak hoch und sah zu Steve, der sie anscheinend skeptisch zu mustern schien. "Ich ruf schon tausend Mal deinen Namen, alles klar bei dir?" Sie nickte nur und sah zur Seite. Steve atmete kurz ein und aus. "Okay. Ich verstehe so viel, auch wenn du nicht drüber redest. Du bist so was wie 'ne Hexe, richtig?" Aileen riss die Augen auf und prustete aus. "Was? Eine.. Eine Hexe?" Sie kicherte vor sich hin und schüttelte nur den Kopf. "Nein, ich... ich weiß nicht genau, was ich bin, aber ich bin menschlich und besitze einfach nur magische Fäh.. Okay, ja vielleicht bin ich so etwas wie eine Hexe." Steve nickte kurz mit ernstem Blick. "Dann verrat mir doch mal, weshalb du deine magischen Fähigkeiten vorhin nicht eingesetzt hast? Oder die ganzen letzten Wochen und Monate? Warum hast du Matt sterben lassen, hm?" Aileen sah den aufgebrachten Junge, der gerade mit einer Faust auf den Boden schlug, betrübt an. "Ich.. Ich wünschte, dass ich das gekonnt hätte. Aber.. zu der Zeit hatte ich keinen Zugang zu meinen Fähigkeiten. Erst eben habe ich es geschafft. Es.. Es ist schwer zu erklären und ich bitte dich, dass du mir glaubst. Wenn ich es gekonnt hätte, hätte ich wirklich alles versucht Matt und auch die anderen zu beschützen." Steve mied ihren Blick und brummte nur irgendetwas Unverständliches vor sich hin, während er auf sie zu ging und ihr einen etwas kühlen Blick zuwarf. "Okay, wie du meinst. Aber lass uns hier erst mal verschwinden. Mit deinen Fähigkeiten könnten wir es schaffen zu mindestens ein wenig länger zu überleben." Sie nickte verdrossen und folgte ihm heraus aus dem eingestürzten Unterschlupf auf die Straße, die schon seltsamerweise wie leergefegt wirkte. Steves Blick wurde ernster. "Sie wissen es und bereiten einen Gegenangriff vor. Wir müssen uns schnell eine Möglichkeit ausdenken, wie wir aus dem Schlamassel raus kommen können!" Aileen sah daraufhin einige Minuten stillschweigend gen Himmel, während Steve sich unsicher umsah und ungeduldig darauf wartete, dass sie wieder ansprechbar war. "Verflucht Aileen! Wir müssen weg hier! Hier sind wir zu leichte Beute.. so mitten auf der Straße und in voller Sicht und so.." "Sylphania..", sagte sie nur leise und senkte den Kopf, damit sie Steve direkt in die Augen sehen konnte, der verständnislos zu ihr herabsah, da er einige wenige Zentimeter größer war als sie. "Was redest du da?" "Sylphania.", antwortete sie nur bestimmt und sah zuversichtlich in seine Augen. "Wir müssen nach Sylphania! Es ist Zeit dorthin zurückzukehren und du wirst mitkommen!" "Hä?", kam es nur aus ihm heraus, als Aileen bereits seinen Arm ergriff und ihn hinter sich her die Straßen entlang zerrte, bis sie an einem vermüllten und außer Betrieb stehenden Hafen ankamen, dessen Wasser schon beinahe zur Oberfläche reichte. "Was wollen wir hier Aileen? Hier ist eine Sackgasse, falls du es noch nicht bemerkt hast!" "Mund halten!", fuhr sie ihn an und konzentrierte ihre Energien. Doch bevor sie auch nur Ansatzweise genug sammeln konnte, vernahm sie ein verdächtiges Geräusch und fuhr herum. Wie erstarrt blickte sie in eine Masse an blutdürstenden Menschen, die nur auf eines aus waren. Und das war der Tod dieser letzten beiden Flüchtigen. Aileen schob Steve hinter sich und stellte sich schützend vor ihn, als die kehlige Kinderstimme, die den zwei Jugendlichen jeweils eine schreckliche Gänsehaut verpasste, in den Weiten des Himmels erklang. "Glaubt sie tatsächlich, dass sie, nur weil sie ihre Kräfte entdeckt hat, leichtes Spiel hätte sich aus meinem gesponnen Netz zu winden? Es gibt kein Entkommen. Sie sind beide gefangen wie die Schmetterlinge im Netz der Spinne - wohl wissend, dass es ihre letzten Augenblicke sind, bevor die Spinne sie genüsslich verzehren wird." Aileen verzog den Mund und schnalzte verächtlich mit der Zunge. "Das werden wir ja sehen du Missgeburt!!", entgegnete sie erbost und sagte an Steve leiser gewandt: "Versteck dich, wenn es los geht, hinter dem brüchigen Boot da vorne. Du mischst dich nicht ein. Und wenn ich dir Etwas sage, dann machst du es SOFORT." Daraufhin, ohne auf den widerspenstigen Blick des Jungen zu achten, sammelte sie ihre Kräfte. "It's ...showtime.", flüsterte sie nur leise, sodass es lediglich Steve hören konnte und sich noch im selben Moment mehrere dutzende der manipulierten Menschen und Bluthunde auf sie stützten. Mit einer kurzen fließenden Bewegung stieß Aileen Steve hinter das vorher benannte Boot und vernichtete einen Gegner nach dem anderen, in dem sie dasselbe Ritual, das sie zuvor vorführte, erneut vollbrachte. Doch dieses Mal mit wesentlich mehr Energie, sodass ihr Angriff mehr von diesen Wesen niederstrecken konnte. Dabei schaffte es keiner von ihnen Aileen auch nur anzurühren, da sie sich schneller zu Staub wandelten, als man hätte hinsehen können. Die Dämonin, die mittlerweile in Sichtfeld aller gekommen war, schwebte, als wenn sie auf etwas Stabilem stehen würde, weit über ihnen in der Luft - Bonbons essen. Dabei beobachtete sie das Schauspiel nur missmutig, da, auch wenn sie wusste, dass Aileens Kraftreserven definitiv nicht einmal ausreichen würden um ein Fünftel ihrer Marionetten zu erledigen, sie es nicht leiden konnte warten gelassen zu werden. Denn Geduld besaß das Dämonenkind ganz und gar nicht. Und so schnippte sie mit zwei Fingern, als sie eines ihrer Bonbons im Mund mit den scharfkantigen Zähnen zerbiss, wodurch einige ihrer Untergebenen mit schmerzverzerrten Gesichtern aufbrüllten. Ihre Körper dehnten und verformten sich auf skurrile Art und Weise, sodass sowohl Steve als auch Aileen mehr als nur übel wurden. Aber der Druck war zu immens, als dass es die einzelnen Körper ausgehalten hätten und so explodierten sie regelrecht vor aller Augen. Aileen und Steve entfloh dadurch jeweils ein erschreckender Laut und das verteidigende Mädchen hielt sich angewidert die Hände vor den Mund. Schockiert mussten sie mitansehen, wie aus den einst menschlichen Überresten der Körper Gestalten erschienen, die bei den beiden nur zwei Dinge auslösten: Ekel und Furcht. Diese zum Teil beharrten, Wirbellosen und grotesken Gestalten nahmen nun die Plätze ihrer einstigen Hüllen an und bleckten sich die abgebrochenen, dennoch scharfkantigen Zähne, bevor sie sich sogleich, als ihre Anführerin den Befehl dazu gab, auf Aileen stürzten, die verstört einige Schritte zurück trat, bis sie am Rand der Bucht ankam und sie ins Taumeln kam. //Scheiße!//, fluchte sie nur mit einem kleinen Blick hinter sich ins Wasser, bevor sie sich wieder abwandte und die Beine in die Hand nahm, um zu Steve zu gelangen. Sie packte ihn kräftig am Arm und zog ihn auf die Beine. Zusammen rannten sie die Bucht entlang - immer wieder einen panischen Blick über die Schulter zurück werfend. Aileen kullerten ein paar Tränen über das Gesicht, da das, was sie mit ansehen musste, einfach zu gewalttätig war, als dass es an ihr spurlos vorbei gehen könnte. "Aileen! Hey!! Wo gehen wir hin?!", rief Steve ihr zu, während er neben ihr das Tempo leicht gedrosselt hielt, da sie mit ihm andernfalls unmöglich hätte mithalten können. Aileen sah ihn aus den Augenwinkeln an und bog auf den Steg, der nach ungefähr 50 Metern mitten auf dem Wasser enden würde. Geschockt folgte er ihr weiter, wobei er beunruhigt hinter sich sah. "Vertraust du mir?", fragte sie ihn schnell, während sie alles, was sie an Energie noch aufbringen konnte und die Erinnerung an die vergessene Sprache in sich heraufbeschwor. "Was?" "Vertraust du mir?!!", fragte sie gereizter und stierte ihn dabei mit einem stechenden Blick an. Steve schüttelte den Kopf. Was ging in ihrem Kopf gerade vor, wenn sie um ihr Leben rannten? Er verstand dieses Frauenzimmer einfach nicht. "Ja, verdammt! Ich vertrau dir, aber--" "Gut!", unterbrach sie ihn und umschloss mit festem Griff seine rechte Hand, während sie laut rief: "Ex-Exhibire, limes a Sylphania!!" Ihre Schritte näherten sich mit rasender Geschwindigkeit dem Rand des Stegs. Und gerade, als sie mit den Zehenspitzen diesen berührten und absprangen, erschien ein grelles Licht aus dem düsteren Himmel, das auf sie beide herabfiel und sie in eine warme Umarmung der Sicherheit hüllte. Aileen und Steve schwebten einen Augenblick nur in diesem hellen Lichtstrahl, ohne sich zu bewegen, während ein laut krächzendes "NEIN!!" an ihren beiden Ohren drang. Aileen und Steve tauschten Blicke, sahen kurz hinab zu den unheimlichen Kreaturen, die sich nicht an das Licht herantrauten, selbst wenn sie es gekonnte hätten und lächelten sich an. Noch bevor einer der beiden einen Laut der Erleichterung von sich geben konnte, wurden sie geradewegs in die Höhe geschleudert.
Alles um Aileen herum verschwamm, als sie eine unglaubliche Erschöpfung heimsuchte, und ihre Umgebung wurde nur wenig später in ein tiefes Schwarz getaucht.

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Sylphania - Nasara sti lo seiky
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